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Q11Wie kann der Ausbildende das Berufsausbildungsverhältnis nach Ablauf der Probezeit rechtswirksam beenden?
✓ Richtige Antwort: C. Ausschließlich aus einem wichtigen Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist
Nach § 22 Abs. 2 Nr. 1 BBiG kann nach der Probezeit nur aus einem wichtigen Grund fristlos gekündigt werden. Eine ordentliche Kündigung durch den Ausbildenden ist ausgeschlossen. Why the other options are incorrect: • Mit einer ordentlichen Kündigungsfrist von vier Wochen aus beliebigem Grund: Eine ordentliche Kündigung mit Frist steht dem Ausbildenden nach der Probezeit nicht zu; dieses Recht hat ausschließlich der Auszubildende. • Mit einer Kündigungsfrist von sechs Wochen zum Monatsende: Eine Kündigungsfrist von sechs Wochen zum Monatsende ist im BBiG für Ausbildungsverhältnisse nicht vorgesehen. • Jederzeit durch schriftliche Mitteilung an die zuständige Stelle: Eine Kündigung durch bloße Mitteilung an die zuständige Stelle ohne wichtigen Grund entspricht nicht den Vorgaben des § 22 BBiG.
Q12Drei Einzelteile werden zu einer Baugruppe zusammengesetzt. Ihre Fertigungstoleranzen betragen T₁ = 0,10 mm, T₂ = 0,06 mm und T₃ = 0,08 mm. Wie groß ist die Schließmaßtoleranz T_A nach der Worst-Case-Methode?
✓ Richtige Antwort: B. 0,24 mm
Bei der Worst-Case-Methode (arithmetische Toleranzkette) addieren sich alle Einzeltoleranzen linear zur Schließmaßtoleranz: T_A = T₁ + T₂ + T₃ = 0,10 + 0,06 + 0,08 = 0,24 mm. Why the other options are incorrect: • 0,08 mm: 0,08 mm entspricht lediglich der größten Einzeltoleranz T₃; die Addition aller Kettenglieder wurde dabei nicht durchgeführt. • 0,14 mm: 0,14 mm ergibt sich, wenn irrtümlich nur T₂ und T₃ addiert werden (0,06 + 0,08 = 0,14 mm) und das Toleranzglied T₁ = 0,10 mm vergessen wird. • 0,48 mm: 0,48 mm entsteht durch fälschliches Verdoppeln des korrekten Ergebnisses – ein typischer Fehler, wenn man das Schließmaß als ±0,24 mm interpretiert und daraus 0,48 mm Gesamtspanne ableitet, obwohl T_A bereits die volle Spanne darstellt.
Q13An einem Hebel wirkt eine Last F_L = 800 N im Abstand a = 0,3 m vom Drehpunkt. Die Gegenkraft F_K wird im Abstand b = 1,2 m vom Drehpunkt angesetzt. Welche Kraft F_K hält den Hebel im Gleichgewicht?
✓ Richtige Antwort: B. F_K = 200 N
Nach dem Hebelgesetz (Momentengleichgewicht): F_L × a = F_K × b → 800 N × 0,3 m = F_K × 1,2 m → F_K = 240 / 1,2 = 200 N. Der viermal längere Kraftarm reduziert die erforderliche Gegenkraft auf ein Viertel der Last. Why the other options are incorrect: • F_K = 800 N: 800 N wäre nur korrekt, wenn beide Hebelarme gleich lang wären (a = b). Da b viermal größer als a ist, genügt ein Viertel der Lastkraft. • F_K = 400 N: 400 N entstünde, wenn irrtümlich b = 0,6 m (das Doppelte von a) angesetzt würde, statt des tatsächlichen Werts b = 1,2 m (das Vierfache von a). • F_K = 3200 N: 3200 N wäre das Ergebnis einer falschen Multiplikation (800 N × 4 = 3200 N). Das Verhältnis b/a = 4 muss die erforderliche Kraft verkleinern, nicht vergrößern.
Q14Lukas kauft ein neues Smartphone. Das Gerät ist grundsätzlich funktionsfähig, besitzt jedoch nicht die im Verkaufsprospekt ausdrücklich beworbene Wasserdichtigkeit (IP67-Zertifizierung). Liegt nach § 434 BGB ein Sachmangel vor?
✓ Richtige Antwort: A. Ja, da das Gerät nicht die vereinbarte Beschaffenheit aufweist.
Nach § 434 Abs. 2 BGB liegt ein Sachmangel vor, wenn die Sache nicht die vereinbarte Beschaffenheit hat. Wirbt der Verkäufer im Prospekt ausdrücklich mit einer Eigenschaft (IP67-Wasserdichtigkeit), wird diese Teil der geschuldeten Beschaffenheit. Das Fehlen dieser Eigenschaft begründet einen Sachmangel. Why the other options are incorrect: • Nein, da das Gerät ein- und ausschaltbar und damit grundsätzlich funktionsfähig ist.: Grundsätzliche Funktionstüchtigkeit allein genügt nicht. Der Käufer darf erwarten, dass das Gerät alle ausdrücklich beworbenen Eigenschaften aufweist – anderenfalls liegt eine Abweichung von der vereinbarten Beschaffenheit vor. • Nein, Sachmängel liegen nur bei technischen Defekten oder physischen Brüchen vor.: Das Gesetz beschränkt den Sachmangel nicht auf physische Defekte. Auch das Fehlen einer öffentlich beworbenen oder vereinbarten Eigenschaft, wie einer Schutzklasse-Zertifizierung, stellt einen Sachmangel dar. • Ja, aber nur wenn Lukas die Wasserdichtigkeit beim Kauf ausdrücklich schriftlich gefordert hat.: Eine gesonderte schriftliche Anforderung ist nicht notwendig. Öffentliche Äußerungen des Unternehmers – etwa Prospektangaben – werden nach § 434 Abs. 3 BGB Teil der vereinbarten Beschaffenheit, ohne dass der Käufer sie nochmals fordern muss.
Q15Ein Möbelhaus legt seiner Rechnung nach dem Kauf erstmals eine Kopie seiner Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) bei. Der Kunde hatte diese AGB vor oder beim Vertragsschluss weder erhalten noch die Möglichkeit, sie einzusehen. Sind die AGB wirksam Bestandteil des Kaufvertrags geworden?
✓ Richtige Antwort: A. Nein, denn AGB werden nach § 305 Abs. 2 BGB nur dann Vertragsbestandteil, wenn der Verwender vor oder bei Vertragsschluss ausdrücklich auf sie hinweist und der anderen Partei die Möglichkeit gibt, von ihrem Inhalt Kenntnis zu nehmen.
Nach § 305 Abs. 2 BGB werden AGB nur dann Vertragsbestandteil, wenn der Verwender bei Vertragsschluss ausdrücklich auf sie hinweist und der Vertragspartner zumutbar die Möglichkeit hatte, von ihrem Inhalt Kenntnis zu nehmen. Eine Übersendung der AGB erst mit der Rechnung nach Vertragsschluss genügt diesen Anforderungen nicht – der Vertrag war zu diesem Zeitpunkt bereits wirksam ohne die AGB geschlossen. Why the other options are incorrect: • Ja, denn die AGB wurden mit der Rechnung übermittelt und gelten damit rückwirkend als vereinbart.: Falsch. Eine nachträgliche Übersendung der AGB kann keine rückwirkende Einbeziehung bewirken. Der Vertragsschluss liegt zeitlich vor der Übermittlung; zu diesem Zeitpunkt konnten die AGB nicht mehr Vertragsgegenstand werden. • Ja, sofern die AGB keine überraschenden Klauseln im Sinne von § 305c BGB enthalten.: Falsch. § 305c BGB regelt das Verbot überraschender Klauseln und setzt eine bereits wirksame Einbeziehung voraus. Ohne diese greift § 305c BGB gar nicht erst; inhaltliche Unbedenklichkeit heilt den Einbeziehungsmangel nicht. • Nein, denn AGB dürfen im stationären Einzelhandel gegenüber Verbrauchern grundsätzlich nicht verwendet werden.: Falsch. AGB dürfen auch im stationären Einzelhandel gegenüber Verbrauchern grundsätzlich verwendet werden. Sie unterliegen lediglich den strengen Einbeziehungsvoraussetzungen (§ 305 Abs. 2 BGB) und der Inhaltskontrolle nach §§ 307–309 BGB.
Q16Ein Arbeitnehmer möchte seine Arbeitszeit dauerhaft verringern und beruft sich auf seinen gesetzlichen Anspruch nach § 8 TzBfG. Welche Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein?
✓ Richtige Antwort: B. Das Arbeitsverhältnis muss länger als sechs Monate bestehen und der Betrieb muss in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer (ohne Auszubildende) beschäftigen.
§ 8 Abs. 1 und Abs. 7 TzBfG setzt voraus, dass das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht und der Arbeitgeber in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer (ohne Auszubildende) beschäftigt. Beide Bedingungen müssen gleichzeitig vorliegen. Why the other options are incorrect: • Das Arbeitsverhältnis muss länger als drei Monate bestehen und der Betrieb muss mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigen.: Der gesetzliche Schwellenwert liegt bei mehr als 15, nicht zehn Arbeitnehmern; außerdem ist eine Betriebszugehörigkeit von mehr als sechs Monaten (nicht drei Monaten) erforderlich. • Das Arbeitsverhältnis muss länger als zwölf Monate bestehen; eine Mindestbetriebsgröße ist dabei nicht vorgeschrieben.: Ohne Betriebsgrößenschwelle würde der Anspruch auch in Kleinstbetrieben gelten, was das TzBfG ausdrücklich ausschließt. In Betrieben mit bis zu 15 Arbeitnehmern besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Arbeitszeitverringerung. • Das Arbeitsverhältnis muss länger als sechs Monate bestehen und der Betrieb muss in der Regel mehr als 20 Arbeitnehmer beschäftigen.: Der gesetzliche Schwellenwert liegt bei mehr als 15, nicht mehr als 20 Arbeitnehmern. Die höhere Zahl würde den Anwendungsbereich des § 8 TzBfG zu stark einengen.
Q17Ein Betrieb muss aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten Stellen abbauen und betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Welche vier Kriterien schreibt § 1 Abs. 3 KSchG für die Sozialauswahl vor?
✓ Richtige Antwort: B. Dauer der Betriebszugehörigkeit, Lebensalter, Unterhaltspflichten und Schwerbehinderung
§ 1 Abs. 3 KSchG schreibt vor, dass bei der Sozialauswahl die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter, die Unterhaltspflichten und eine etwaige Schwerbehinderung des Arbeitnehmers ausreichend zu berücksichtigen sind. Why the other options are incorrect: • Lebensalter, Familienstand, Gehaltsklasse und Dauer der Betriebszugehörigkeit: Familienstand und Gehaltsklasse sind keine gesetzlichen Kriterien der Sozialauswahl nach § 1 Abs. 3 KSchG. Stattdessen sind Unterhaltspflichten und Schwerbehinderung maßgeblich. • Leistungsbeurteilung, Fehlzeiten, Dauer der Betriebszugehörigkeit und Lebensalter: Leistungsbeurteilung und Fehlzeiten sind keine Sozialauswahlkriterien nach § 1 Abs. 3 KSchG. Die Sozialauswahl zielt auf die soziale Schutzwürdigkeit ab, nicht auf die Arbeitsleistung. • Qualifikation, Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit und Gewerkschaftszugehörigkeit: Qualifikation und Gewerkschaftszugehörigkeit sind gesetzlich nicht vorgesehen. Eine Benachteiligung aufgrund der Gewerkschaftszugehörigkeit wäre zudem rechtswidrig.
Q18Ein Unternehmen möchte einen neuen Mitarbeiter befristet einstellen, ohne dass ein sachlicher Grund für die Befristung vorliegt (sachgrundlose Befristung). Was regelt das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) für diesen Fall?
✓ Richtige Antwort: A. Die sachgrundlose Befristung ist bis zu einer Gesamtdauer von 2 Jahren zulässig; der Vertrag darf in diesem Zeitraum höchstens dreimal verlängert werden.
§ 14 Abs. 2 TzBfG erlaubt die sachgrundlose Befristung bis zu einer Höchstdauer von 2 Jahren; innerhalb dieser 2 Jahre darf der befristete Vertrag bis zu dreimal verlängert werden. Wird die Grenze überschritten, gilt der Vertrag als unbefristet. Why the other options are incorrect: • Die sachgrundlose Befristung ist nur bis zu einer Gesamtdauer von 1 Jahr zulässig; eine einmalige Verlängerung ist möglich.: Die Höchstdauer beträgt 2 Jahre, nicht 1 Jahr. Zudem sind nicht eine, sondern bis zu drei Verlängerungen zulässig. • Die sachgrundlose Befristung ist bis zu einer Gesamtdauer von 3 Jahren ohne Beschränkung der Verlängerungsanzahl zulässig.: Das TzBfG setzt die Höchstgrenze bei 2 Jahren, nicht 3 Jahren. Außerdem ist die Anzahl der Verlängerungen auf drei begrenzt. • Eine sachgrundlose Befristung ist grundsätzlich nicht zulässig; es muss stets ein anerkannter Sachgrund vorliegen.: Das TzBfG lässt ausdrücklich eine sachgrundlose Befristung zu. Nur wenn bereits zuvor ein Arbeitsverhältnis mit demselben Arbeitgeber bestanden hat, ist eine sachgrundlose Befristung ausgeschlossen (§ 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG).
Q19Was muss ein Verbraucherdarlehensvertrag laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) zwingend enthalten?
✓ Richtige Antwort: B. Den effektiven Jahreszins, den Gesamtbetrag aller Zahlungen und die Laufzeit des Darlehens
Gemäß §§ 491 ff. BGB (Verbraucherdarlehensvertrag) müssen u. a. der effektive Jahreszins, der Nettodarlehensbetrag, der Gesamtbetrag aller Zahlungen sowie die Laufzeit zwingend schriftlich angegeben werden. So werden Verbraucher transparent über die tatsächlichen Kosten informiert. Why the other options are incorrect: • Den Namen des zuständigen Filialleiters sowie die Unterschrift des Bankvorstands: Persönliche Angaben zum Filialleiter oder zum Vorstand sind keine gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtangaben im Verbraucherdarlehensvertrag. • Eine notarielle Beglaubigung und die Benennung eines Bürgen aus dem Verwandtenkreis: Ein Verbraucherdarlehen erfordert keine notarielle Beurkundung. Notarielle Beglaubigungen sind z. B. bei Grundschulden üblich, aber nicht als generelle Pflichtangabe im Darlehensvertrag vorgeschrieben. • Den aktuellen Disporahmen aller bestehenden Konten des Kreditnehmers: Der Disporahmen anderer Konten ist für den Darlehensvertrag selbst nicht relevant und wird im Vertrag nicht ausgewiesen. Er kann allenfalls bei der Bonitätsprüfung eine Rolle spielen.
Q20Ein Arbeitnehmer ist erkrankt und arbeitsunfähig. Sein Arbeitgeber zahlt zunächst das Entgelt weiter. Ab welchem Tag der Arbeitsunfähigkeit übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Zahlung von Krankengeld?
✓ Richtige Antwort: C. Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit
Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, das Entgelt für bis zu 6 Wochen (42 Kalendertage) fortzuzahlen. Ab dem 43. Tag endet diese Pflicht, und die GKV übernimmt die Zahlung von Krankengeld. Why the other options are incorrect: • Ab dem 1. Tag der Arbeitsunfähigkeit: Ab dem 1. Tag zahlt die GKV kein Krankengeld. Zunächst ist der Arbeitgeber für 6 Wochen (42 Tage) zur Entgeltfortzahlung verpflichtet. • Ab dem 15. Tag der Arbeitsunfähigkeit: Der 15. Tag liegt noch innerhalb der 6-wöchigen Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers, sodass die GKV zu diesem Zeitpunkt noch kein Krankengeld leistet. • Ab dem 91. Tag der Arbeitsunfähigkeit: Bis zum 91. Tag wäre der Krankengeldanspruch bereits seit Wochen laufend. Die GKV zahlt Krankengeld bereits ab dem 43. Tag, nicht erst ab dem 91.
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