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Q11Welche Unternehmen nehmen in Deutschland am Europäischen Emissionshandelssystem (EU-ETS) teil und müssen Emissionsberechtigungen für ihren CO₂-Ausstoß vorhalten?
✓ Richtige Antwort: B. Vor allem energieintensive Industrien (z. B. Stahl-, Zement- und Chemieindustrie), Stromerzeuger sowie der innereuropäische Luftverkehr.
Das EU-ETS erfasst bestimmte Sektoren mit hohem CO₂-Ausstoß: Stromerzeugung, energieintensive Industrien (Stahl, Zement, Glas, Papier, Chemie) und den innereuropäischen Luftverkehr. Diese Unternehmen müssen für jede emittierte Tonne CO₂ eine Emissionsberechtigung abgeben oder kaufen – ein marktwirtschaftlicher Anreiz zur Emissionsminderung. Why the other options are incorrect: • Alle Unternehmen in der EU, die mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigen.: Die Teilnahmepflicht am EU-ETS richtet sich nicht nach der Mitarbeiterzahl, sondern nach dem Sektor und der Kapazität der Anlage. Kleine und mittelständische Unternehmen sind in der Regel nicht erfasst. • Ausschließlich staatliche und öffentlich-rechtliche Energieversorger.: Am EU-ETS nehmen auch private Unternehmen teil. Das System ist sektorspezifisch, nicht eigentumsformabhängig. • Nur Unternehmen, die ihren Hauptsitz in einem EU-Mitgliedstaat und mindestens eine Niederlassung außerhalb Europas haben.: Das EU-ETS knüpft an den Ort der Anlage und den Sektor an, nicht daran, ob ein Unternehmen Niederlassungen außerhalb Europas betreibt.
Q12Welche Hauptaufgabe hat ein betrieblicher Umweltschutzbeauftragter in einem Unternehmen?
✓ Richtige Antwort: C. Die Beratung der Unternehmensleitung in Umweltschutzfragen sowie die interne Überwachung der Einhaltung von Umweltvorschriften.
Der betriebliche Umweltschutzbeauftragte (z. B. Immissionsschutz- oder Abfallbeauftragter) hat laut BImSchG bzw. KrWG die Aufgabe, die Unternehmensführung zu beraten, auf die Einhaltung von Umweltvorschriften hinzuwirken und Verbesserungsmaßnahmen anzuregen. Why the other options are incorrect: • Die Vermarktung und den Verkauf umweltfreundlicher Produkte des Unternehmens nach außen.: Marketing und Produktvermarktung fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich des Umweltschutzbeauftragten; seine Funktion ist intern beratend und überwachend. • Die selbstständige Durchführung aller amtlichen Umweltprüfungen anstelle staatlicher Aufsichtsbehörden.: Der betriebliche Beauftragte ersetzt keine staatlichen Behörden; amtliche Umweltprüfungen werden weiterhin durch Behörden wie das Gewerbeaufsichtsamt durchgeführt. • Die Bearbeitung von Kundenreklamationen zu umweltschädlichen Produkten.: Kundenreklamationen sind Aufgabe des Vertriebs oder der Qualitätssicherung, nicht des Umweltschutzbeauftragten.
Q13Was versteht man im betrieblichen Kontext unter einer Ökobilanz (Life Cycle Assessment)?
✓ Richtige Antwort: B. Die Bewertung aller Umweltwirkungen eines Produkts entlang seines gesamten Lebenswegs – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung
Die Ökobilanz (Life Cycle Assessment, LCA) analysiert systematisch alle Umweltwirkungen eines Produkts über seinen gesamten Lebensweg – von der Rohstoffgewinnung über Herstellung und Nutzung bis zur Entsorgung (Cradle-to-Grave-Ansatz). Why the other options are incorrect: • Eine jährliche Gewinn- und Verlustrechnung unter Berücksichtigung von Umweltkosten: Eine Gewinn- und Verlustrechnung ist ein Finanzinstrument. Die Ökobilanz ist kein Buchhaltungsinstrument, sondern ein Umweltbewertungsverfahren. • Ein behördliches Verfahren zur Genehmigung neuer Produktionsanlagen: Genehmigungsverfahren für Anlagen sind behördliche Verwaltungsakte. Eine Ökobilanz ist ein analytisches Instrument ohne Genehmigungscharakter. • Eine Kennzahl zur Messung der Mitarbeiterzufriedenheit in Bezug auf Umweltthemen: Mitarbeiterzufriedenheit ist ein Thema des Personalmanagements und hat keinen inhaltlichen Bezug zur Ökobilanz.
Q14Was bezeichnet die 'Lagerplatznummer' in einem Lagerverwaltungssystem?
✓ Richtige Antwort: B. Eine eindeutige alphanumerische Kennzeichnung eines bestimmten Stellplatzes im Lager, die dem Kommissionierer den genauen Entnahmeort mitteilt.
Die Lagerplatznummer (auch: Stellplatznummer) ist eine eindeutige Bezeichnung – meist eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen (z. B. 'A-03-05' für Gang A, Regal 3, Fachboden 5) – die jedem Stellplatz im Lager zugeordnet ist. Sie ermöglicht dem Kommissionierer, den Entnahmeort schnell und fehlerfrei zu lokalisieren. Why the other options are incorrect: • Die interne Artikelnummer, unter der ein Produkt im Warenwirtschaftssystem geführt wird.: Die interne Artikelnummer (z. B. SKU) identifiziert das Produkt selbst, nicht den Ort, an dem es im Lager steht. Beides sind unterschiedliche Informationen auf der Pickliste. • Die auf der Produktverpackung aufgedruckte EAN-Nummer zur Identifikation des Artikels.: Die EAN (European Article Number) ist ein standardisierter Barcode zur Produktidentifikation. Sie kennzeichnet den Artikel, nicht seinen Lagerplatz. • Die Anzahl der Artikel, die auf einem Lagerplatz maximal gelagert werden dürfen.: Die maximale Lagerkapazität eines Stellplatzes (z. B. max. 2 Paletten) ist eine Planungsgröße, wird aber nicht als Lagerplatznummer bezeichnet.
Q15Was legt das Verpackungsgesetz (VerpackG) in Deutschland unter anderem fest?
✓ Richtige Antwort: B. Hersteller und Händler, die Verpackungen erstmals in Verkehr bringen, müssen sich beim LUCID-Register anmelden und an einem dualen Rücknahmesystem beteiligen
Das VerpackG verpflichtet Hersteller und Händler, systembeteiligungspflichtige Verpackungen (z. B. Versandkartons, Füllmaterialien) bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister (LUCID) zu registrieren und sich an einem Dualen System zu beteiligen, das Rücknahme und Recycling organisiert. Why the other options are incorrect: • Alle Verpackungen in Deutschland müssen ausschließlich aus biologisch abbaubaren Materialien bestehen: Das VerpackG schreibt keine vollständig biologisch abbaubaren Materialien vor; es regelt primär Registrierungs-, Rücknahme- und Recyclingpflichten. • Verpackungen dürfen nur in gesetzlich zugelassenen Farben bedruckt werden: Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben zu Verpackungsfarben im VerpackG; das Gesetz fokussiert auf Rücknahme und Verwertung. • Das Verpackungsgesetz gilt ausschließlich für Lebensmittelverpackungen im Einzelhandel: Das VerpackG gilt nicht nur für Lebensmittelverpackungen, sondern für nahezu alle Verpackungen, die gegenüber Endverbrauchern eingesetzt werden.
Q16Welchen Einfluss hat eine fehlerhafte Einlagerung (z. B. Ware auf falschem Lagerplatz) auf den nachfolgenden Kommissionierprozess?
✓ Richtige Antwort: B. Der Kommissionierer findet am angegebenen Lagerplatz keine Ware, was zu Suchaufwand, Verzögerungen und möglichen Fehllieferungen führt
Wird eine Ware auf dem falschen Lagerplatz eingelagert, weist die Pickliste den Kommissionierer an einen Ort, an dem die Ware nicht vorhanden ist. Dies führt zu Suchaufwand, Zeitverlust und, wenn die Ware nicht gefunden wird, zu Fehllieferungen beim Kunden. Why the other options are incorrect: • Keinen Einfluss, da Kommissionierer Artikel auch ohne genaue Lagerplatzvorgabe im Lager finden können: Kommissionierer folgen den Lagerplatzvorgaben auf der Pickliste; eine gezielte Suche nach falsch eingelagerten Artikeln im gesamten Lager ist ineffizient und in der Praxis nicht vorgesehen. • Die fehlerhafte Einlagerung wirkt sich ausschließlich auf die Inventur aus, nicht auf die Kommissionierung: Falsch eingelagerte Artikel wirken sich unmittelbar auf die Kommissionierung aus, da der Lagerplatz auf der Pickliste falsch ist; die Inventur deckt das Problem erst zu einem späteren Zeitpunkt auf. • Das Lagerverwaltungssystem erkennt und korrigiert falsch eingelagerte Artikel automatisch: Lagerverwaltungssysteme buchen Warenbewegungen auf Basis von Buchungsprozessen; sie können physisch falsch eingelagerte Ware nicht automatisch erkennen oder korrigieren – dafür ist eine manuelle Überprüfung notwendig.
Q17Was ist beim Kommissionieren von kühlpflichtigen Lebensmitteln (z. B. Joghurt, Frischkäse) besonders zu beachten?
✓ Richtige Antwort: A. Die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden; die Ware muss durchgehend bei der vorgeschriebenen Temperatur gehandhabt werden
Die Einhaltung der Kühlkette ist eine gesetzliche und lebensmittelhygienische Pflicht. Eine Unterbrechung kann zum Verderb der Ware, zur Gesundheitsgefährdung von Verbrauchern und zu erheblichen Haftungsrisiken führen. Why the other options are incorrect: • Kühlpflichtige Artikel müssen grundsätzlich als Einzelstücke – niemals als Gebinde – kommissioniert werden: Ob kühlpflichtige Artikel als Einzelstücke oder Gebinde kommissioniert werden, richtet sich nach dem Kundenauftrag – eine pauschale Regelung existiert dafür nicht. • Kühlpflichtige Artikel dürfen nicht mit einem Barcode-Scanner erfasst werden, da Laserstrahlung die Ware beschädigt: Barcode-Scanner arbeiten mit harmlosem Licht (Laser oder LED) und beeinträchtigen Lebensmittel in keiner Weise. • Kühlpflichtige Artikel sind unabhängig vom Lagerort immer als erste Positionen auf der Pickliste zu bearbeiten: Die Bearbeitungsreihenfolge auf der Pickliste folgt in der Regel der Wegoptimierung im Lager, nicht der Kühlpflicht eines einzelnen Artikels.
Q18Was besagt das Prinzip des komparativen Kostenvorteils nach David Ricardo für den internationalen Handel?
✓ Richtige Antwort: B. Jedes Land sollte sich auf die Güter spezialisieren, bei denen es den geringsten relativen Kostennachteil gegenüber anderen Ländern hat.
Ricardo zeigte, dass Länder vom Handel profitieren, wenn sie sich auf Güter spezialisieren, bei denen ihr relativer Vorteil am größten (bzw. ihr Nachteil am geringsten) ist – auch wenn ein Land bei keinem Gut einen absoluten Kostenvorteil hat. Why the other options are incorrect: • Länder sollten nur Waren exportieren, bei denen sie absolut niedrigere Produktionskosten als alle anderen Länder haben.: Das beschreibt den absoluten Kostenvorteil (Adam Smith), nicht den komparativen. Ricardo zeigt: Handel lohnt sich auch ohne absolute Vorteile. • Handel zwischen Ländern ist nur dann sinnvoll, wenn deren Lohnniveaus vergleichbar sind.: Das Lohnniveau ist für das Prinzip des komparativen Kostenvorteils nicht entscheidend; es geht um relative Opportunitätskosten der Produktion. • Hochentwickelte Länder sollten auf Importe aus Entwicklungsländern verzichten, um die eigene Industrie zu schützen.: Protektionismus widerspricht dem Freihandelsgedanken, den Ricardo mit dem Prinzip komparativer Kostenvorteile begründete.
Q19Der 15-jährige Jonas schließt ohne Wissen und Zustimmung seiner Eltern einen Kaufvertrag über ein Smartphone für 699 Euro ab. Wie ist dieser Kaufvertrag rechtlich einzuordnen?
✓ Richtige Antwort: B. Der Vertrag ist schwebend unwirksam und wird erst durch Genehmigung der Eltern wirksam
Jonas ist als 15-Jähriger beschränkt geschäftsfähig (§ 106 BGB). Ein Kaufvertrag, der ihm nicht lediglich rechtliche Vorteile bringt, ist nach § 108 BGB schwebend unwirksam. Er wird erst wirksam, wenn die Eltern als gesetzliche Vertreter ihn genehmigen (§ 184 BGB), oder endgültig unwirksam bei Ablehnung. Why the other options are incorrect: • Der Vertrag ist von Anfang an nichtig und damit rechtlich bedeutungslos: Nichtig wären Verträge von Geschäftsunfähigen (unter 7 Jahren, § 105 BGB). Jonas ist beschränkt geschäftsfähig – der Vertrag ist daher nicht nichtig, sondern schwebend unwirksam. • Der Vertrag ist sofort wirksam, da Jonas mit 15 Jahren einsichtsfähig ist: Einsichtsfähigkeit ist kein gesetzlicher Maßstab für volle Geschäftsfähigkeit. Das BGB knüpft die volle Geschäftsfähigkeit zwingend an das vollendete 18. Lebensjahr (§ 2 BGB). • Der Vertrag ist wirksam, weil Jonas das Smartphone in einem stationären Geschäft gekauft hat: Die Art des Kauforts (stationär oder online) hat keinen Einfluss auf die Frage der Geschäftsfähigkeit des Käufers; maßgeblich bleibt allein das Alter des Jonas.
Q20Herr Müller erhält unaufgefordert ein Paket mit einem Küchenmesser von einem Versandhaus, dem er unbekannt ist. Dem Paket liegt eine Rechnung über 29,99 Euro bei. Er reagiert nicht. Was gilt rechtlich?
✓ Richtige Antwort: A. Es kommt kein Kaufvertrag zustande; Herr Müller ist weder zur Zahlung noch zur Rücksendung verpflichtet.
Nach § 241a BGB begründet die Lieferung unbestellter Sachen an Verbraucher keinen Zahlungsanspruch des Unternehmers. Da Schweigen im deutschen Recht grundsätzlich keine Willenserklärung darstellt, kommt kein Kaufvertrag zustande. Herr Müller muss die Ware weder bezahlen noch zurückschicken. Why the other options are incorrect: • Sein Schweigen gilt als Annahme des Angebots; er muss die 29,99 Euro bezahlen.: Schweigen gilt im deutschen Recht grundsätzlich nicht als Annahmeerklärung. § 241a BGB schützt Verbraucher ausdrücklich vor unbestellten Zusendungen und schließt jeden Zahlungsanspruch des Versandhauses aus. • Er muss das Paket innerhalb von 14 Tagen zurückschicken, sonst kommt ein Kaufvertrag zustande.: Nach § 241a BGB ist der Verbraucher nicht zur Rücksendung verpflichtet. Er darf die Ware behalten, ohne aktiv handeln zu müssen – ein Vertrag entsteht ohne seine ausdrückliche Zustimmung nicht. • Er muss innerhalb von zwei Wochen schriftlich widersprechen, um eine Zahlungspflicht zu verhindern.: Ein aktiver Widerspruch ist nicht erforderlich. Das Gesetz schützt den Verbraucher automatisch: Ohne seine Zustimmung kommt kein Vertrag zustande, unabhängig davon, ob er reagiert oder nicht.
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