Industriekaufmann Übungsfragen und Antworten 2026. Tippe auf eine Option, um dich selbst zu testen — du siehst die richtige Antwort und eine klare Erklärung zu jeder Frage. Kostenlos, keine Anmeldung.
Q11Was versteht man unter einer nachfrageinduzierten Inflation (Nachfragesoginflation)?
✓ Richtige Antwort: B. Preise steigen, weil die gesamtwirtschaftliche Nachfrage das Güterangebot übersteigt.
Nachfragesoginflation entsteht, wenn die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen das vorhandene Angebot übersteigt – die Preise werden 'nach oben gezogen'. Dies tritt z. B. in Hochkonjunkturphasen oder infolge expansiver Staatsausgaben auf. Why the other options are incorrect: • Das allgemeine Preisniveau sinkt, weil zu viele Güter produziert werden.: Sinkende Preise bei Überangebot beschreiben eine Deflation – das genaue Gegenteil von Inflation. Deflation ist ebenfalls wirtschaftspolitisch unerwünscht. • Preise steigen aufgrund höherer Produktionskosten, z. B. durch teurere Rohstoffe oder Energie.: Steigende Produktionskosten beschreiben die Kosteninflation (Kostendruckinflation) – eine andere Inflationsart, die von der Angebotsseite ausgeht, nicht von der Nachfrageseite. • Die Geldmenge sinkt, was zu einer Verteuerung von Krediten führt.: Eine sinkende Geldmenge führt tendenziell zu Deflationsdruck, nicht zu Inflation. Inflation entsteht u. a. durch eine übermäßig steigende Geldmenge.
Q12Eine Spedition übernimmt den Transport von Industriewaren zwischen Produktionsbetrieben und Handelshäusern. Welchem Wirtschaftssektor ist dieses Unternehmen zuzuordnen?
✓ Richtige Antwort: C. Tertiärer Sektor, da eine Dienstleistung erbracht wird
Der tertiäre Sektor umfasst alle Dienstleistungen, darunter Transport, Handel, Finanzwesen und Bildung. Eine Spedition produziert keine physischen Güter, sondern erbringt eine Transportdienstleistung – sie gehört daher zum tertiären Sektor. Why the other options are incorrect: • Primärer Sektor, da Rohstoffe zwischen Produktionsstätten bewegt werden: Der primäre Sektor umfasst die Urproduktion wie Land- und Forstwirtschaft sowie Bergbau. Eine Spedition gewinnt keine Rohstoffe, sondern transportiert bereits produzierte Güter. • Sekundärer Sektor, da das Unternehmen direkt zur industriellen Wertschöpfungskette beiträgt: Der sekundäre Sektor beinhaltet das verarbeitende Gewerbe und die Industrie. Eine Spedition stellt keine Waren her, sondern erbringt eine Dienstleistung rund um deren Transport. • Quartärer Sektor, da moderne Logistiksoftware und Informationstechnologie eingesetzt werden: Der Quartärsektor bezeichnet wissens- und informationsbasierte Tätigkeiten wie IT oder Forschung. Der bloße Einsatz von Logistiksoftware macht ein Transportunternehmen nicht zu einem Quartärsektor-Betrieb.
Q13Welcher der folgenden Faktoren bewirkt eine Verschiebung der Nachfragekurve nach rechts (Zunahme der Nachfrage)?
✓ Richtige Antwort: B. Das Realeinkommen der Konsumenten steigt (bei einem normalen Gut).
Steigende Realeinkommen erhöhen bei normalen Gütern die Kaufbereitschaft – die gesamte Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts. Dies ist eine Änderung der Nachfragebedingungen, nicht eine Bewegung entlang der bestehenden Kurve. Why the other options are incorrect: • Der Preis des Gutes selbst sinkt.: Falsch. Eine Preissenkung des Gutes selbst führt zu einer Bewegung entlang der bestehenden Nachfragekurve, nicht zu einer Verschiebung der Kurve. • Der Preis eines komplementären Gutes steigt.: Falsch. Steigt der Preis eines komplementären Gutes (z. B. Drucker wird teurer → weniger Nachfrage nach Druckerpatronen), sinkt die Nachfrage – die Kurve verschiebt sich nach links. • Die Bevölkerungszahl in der Region nimmt ab.: Falsch. Eine sinkende Bevölkerungszahl reduziert die Gesamtnachfrage – die Kurve verschiebt sich nach links, nicht nach rechts.
Q14Auf dem Markt für ein spezielles Medikament gibt es weltweit nur einen einzigen Hersteller. Welche Marktform liegt vor, und welche Folge ist typisch?
✓ Richtige Antwort: B. Monopol – der Anbieter kann den Preis weitgehend selbst bestimmen.
Ein Monopol liegt vor, wenn ein einziger Anbieter den gesamten Markt bedient. Da keine Konkurrenz besteht, hat der Monopolist erhebliche Preissetzungsmacht – er ist 'Preissetzer', kein 'Preisnehmer'. Why the other options are incorrect: • Oligopol – der Anbieter orientiert sich am Verhalten seiner Konkurrenten.: Im Oligopol gibt es mehrere, aber wenige Anbieter, die ihre Entscheidungen gegenseitig beobachten – das trifft auf genau einen Anbieter nicht zu. • Polypol – viele Anbieter konkurrieren um die Gunst der Nachfrager.: Im Polypol konkurrieren viele Anbieter miteinander; dies ist das Gegenteil der Situation mit nur einem Anbieter. • Monopson – ein einziger Nachfrager steht vielen Anbietern gegenüber.: Ein Monopson bezeichnet Marktmacht auf der Nachfrageseite (ein Käufer, viele Verkäufer) – hier geht es um die Angebotsseite.
Q15Der Staat setzt für Mietwohnungen einen Höchstpreis (Mietpreisbremse) unterhalb des Gleichgewichtspreises fest. Welche wirtschaftliche Folge ist unmittelbar zu erwarten?
✓ Richtige Antwort: D. Es entsteht ein Nachfrageüberschuss – mehr Wohnungen werden nachgefragt als angeboten.
Ein Höchstpreis unterhalb des Gleichgewichtspreises macht Mietwohnungen attraktiver für Nachfrager (Nachfrage steigt) und weniger rentabel für Anbieter (Angebot sinkt). Das Ergebnis ist ein Nachfrageüberschuss: mehr Menschen suchen Wohnungen, als tatsächlich verfügbar sind – es entsteht Wohnungsknappheit. Why the other options are incorrect: • Das Angebot an Mietwohnungen steigt, da Vermieter investieren wollen.: Falsch. Ein Höchstpreis unter dem Gleichgewichtspreis senkt die Rentabilität für Vermieter – sie werden eher weniger investieren und Wohnungen vom Markt nehmen. • Es entsteht ein Angebotsüberschuss – mehr Wohnungen werden angeboten als nachgefragt.: Falsch. Ein Angebotsüberschuss entsteht bei einem Mindestpreis oberhalb des Gleichgewichtspreises, nicht bei einem Höchstpreis darunter. • Markt und Gleichgewichtspreis bleiben unverändert.: Falsch. Ein staatlicher Eingriff in den Preismechanismus verhindert die Markträumung – Gleichgewichtspreis und Marktmenge verändern sich.
Q16Das verfügbare Einkommen privater Haushalte steigt deutlich. Welche Reaktion ist typischerweise bei einem inferioren Gut zu erwarten?
✓ Richtige Antwort: C. Die Nachfrage nach dem inferioren Gut sinkt, weil Haushalte auf höherwertige Substitute ausweichen.
Inferiore (minderwertige) Güter zeichnen sich durch eine negative Einkommenselastizität aus: Bei steigendem Einkommen ersetzen Verbraucher sie durch qualitativ bessere Güter, z. B. Markenprodukte statt Billigmarken. Why the other options are incorrect: • Die Nachfrage nach dem inferioren Gut steigt, weil Haushalte generell mehr konsumieren können.: Das ist die Reaktion bei normalen Gütern (positive Einkommenselastizität) – bei inferioren Gütern gilt das Gegenteil. • Die Nachfrage nach dem inferioren Gut bleibt konstant, da Einkommen die Güterqualität nicht beeinflusst.: Einkommen beeinflusst sehr wohl Nachfrageentscheidungen; inferiore Güter sind gerade durch ihre negative Einkommenselastizität definiert. • Das Angebot des inferioren Gutes steigt, weil Hersteller von der höheren Kaufkraft profitieren wollen.: Die Frage betrifft die Nachfragereaktion, nicht das Angebotsverhalten; außerdem sinkt die Nachfrage nach inferioren Gütern bei steigendem Einkommen.
Q17Der Staat legt für Weizen einen gesetzlichen Mindestpreis fest, der oberhalb des Gleichgewichtspreises liegt. Welche Folge ist auf dem Weizenmarkt unmittelbar zu erwarten?
✓ Richtige Antwort: A. Es entsteht ein Angebotsüberschuss, da mehr angeboten als nachgefragt wird.
Ein Mindestpreis oberhalb des Gleichgewichtspreises bewirkt, dass Anbieter mehr produzieren (höherer Preis → höheres Angebot), während Nachfrager weniger kaufen (höherer Preis → geringere Nachfrage). Es entsteht ein Angebotsüberschuss. Why the other options are incorrect: • Es entsteht ein Nachfrageüberschuss, da mehr nachgefragt als angeboten wird.: Ein Nachfrageüberschuss entsteht bei einem Höchstpreis unterhalb des Gleichgewichtspreises, nicht bei einem Mindestpreis darüber. • Der Markt befindet sich weiterhin im Gleichgewicht, da sich Angebot und Nachfrage ausgleichen.: Der staatliche Eingriff stört gerade das Gleichgewicht – Preis und Menge passen nicht mehr zusammen. • Die Nachfrage steigt, weil Verbraucher höhere Preise als Qualitätssignal interpretieren.: Verbraucher reagieren auf Preiserhöhungen in der Regel mit sinkender Nachfrage; ein Qualitätssignal-Effekt ist hier kein anerkannter Standardmechanismus.
Q18Verbraucher erwarten, dass der Preis für Smartphones in drei Monaten deutlich steigen wird. Welche unmittelbare Reaktion ist auf dem aktuellen Smartphone-Markt zu erwarten?
✓ Richtige Antwort: C. Die Nachfrage steigt sofort, da Verbraucher den Kauf vorziehen, um dem höheren Preis zu entgehen.
Erwartete Preissteigerungen sind ein anerkannter Nachfragefaktor. Rationale Verbraucher ziehen den Kauf vor, um zukünftig höhere Preise zu vermeiden. Die Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts, was den aktuellen Gleichgewichtspreis erhöht. Why the other options are incorrect: • Die Nachfrage sinkt, da Verbraucher abwarten und auf spätere Preissenkungen spekulieren.: Bei erwarteten Preissteigerungen ist Abwarten irrational – der Kauf jetzt ist günstiger als der Kauf später. • Das Angebot steigt sofort, da Hersteller von der erwarteten Preissteigerung profitieren wollen.: Hersteller könnten eher Produktion zurückhalten, um später teurer zu verkaufen; ein sofortiger Angebotsanstieg ist nicht die typische Reaktion. • Der Markt bleibt unverändert, da Preiserwartungen das aktuelle Kaufverhalten nicht beeinflussen.: Preiserwartungen (Preiserwartungseffekt) sind ein anerkannter Einflussfaktor auf die Nachfrage und verändern das aktuelle Marktverhalten nachweislich.
Q19Ab wie vielen ständig beschäftigten wahlberechtigten Arbeitnehmern kann in einem Betrieb ein Betriebsrat gewählt werden?
✓ Richtige Antwort: A. Ab 5 ständig beschäftigten wahlberechtigten Arbeitnehmern
Nach § 1 Abs. 1 BetrVG sind in Betrieben mit in der Regel mindestens 5 ständig beschäftigten wahlberechtigten Arbeitnehmern Betriebsräte zu wählen. Why the other options are incorrect: • Ab 10 Arbeitnehmern, davon mindestens 5 wählbare: Die gesetzliche Schwelle liegt bei 5, nicht bei 10 Arbeitnehmern. 10 ist keine maßgebliche Grenze für die Betriebsratsgründung. • Ab 20 Arbeitnehmern: 20 Arbeitnehmer ist keine Gründungsschwelle für den Betriebsrat, sondern z. B. relevant für die Zustimmungspflicht nach § 99 BetrVG. • Ab 3 Arbeitnehmern, sofern mindestens einer wählbar ist: 3 Arbeitnehmer reichen nicht aus; das Gesetz verlangt mindestens 5 ständig beschäftigte wahlberechtigte Arbeitnehmer.
Q20Für einen Fertigungsauftrag besteht ein Bruttobedarf von 500 Einheiten eines Bauteils. Im Lager befinden sich 120 Einheiten dieses Bauteils, davon sind jedoch 30 Einheiten bereits für einen anderen Auftrag fest reserviert. Wie hoch ist der Nettobedarf für den vorliegenden Auftrag?
✓ Richtige Antwort: C. 410 Einheiten
Der disponierbar verfügbare Bestand beträgt 120 − 30 = 90 Einheiten. Der Nettobedarf ergibt sich aus Bruttobedarf minus disponierbar verfügbarem Bestand: 500 − 90 = 410 Einheiten. Why the other options are incorrect: • 380 Einheiten: 380 Einheiten entsteht, wenn der gesamte Lagerbestand (120) ohne Abzug der Reservierungen (30) vom Bruttobedarf abgezogen wird. Die reservierten 30 Einheiten stehen für diesen Auftrag jedoch nicht zur Verfügung. • 470 Einheiten: 470 Einheiten entsteht, wenn fälschlicherweise nur die Reservierungen (30) vom Bruttobedarf abgezogen werden, statt den gesamten disponiblen Bestand (120 − 30 = 90) zu berücksichtigen. • 500 Einheiten: 500 Einheiten entspricht dem unveränderten Bruttobedarf. Hier wurde der vorhandene Lagerbestand überhaupt nicht abgezogen, was zu einer unnötigen Überbestellung führen würde.
Nutze das kostenlose Industriekaufmann Prüfung-Sample, lade die PDF herunter und schalte dann webbasierte zeitbegrenzte Mock-Tests für eine vollständige Prüfungssimulation frei.