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IndustriekaufmannTeil 3 von 3

Industriekaufmann Prüfungsfragen & Antworten 2026 (21–30)

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  1. Q21Vor dem Start der Serienproduktion eines neuen Produkts bewertet ein Entwicklungsteam systematisch, welche Fehler an Bauteilen auftreten könnten, welche Ursachen diese hätten, wie gravierend die Auswirkungen wären und wie wahrscheinlich das Auftreten ist. Auf Basis einer Risikoprioritätszahl werden anschließend präventive Maßnahmen eingeleitet. Welche Qualitätstechnik wird hier beschrieben?

    • AStatistische Prozesskontrolle (SPC)
    • BQualitätsregelkarte
    • CFMEA (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse)
    • DQualitätsaudit
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    ✓ Richtige Antwort: C. FMEA (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse)

    Die FMEA ist eine präventive Qualitätstechnik, bei der potenzielle Fehlerarten, Ursachen und Auswirkungen systematisch bewertet werden. Die Risikoprioritätszahl (RPZ) hilft, Maßnahmen vor Produktionsstart zu priorisieren. Why the other options are incorrect: • Statistische Prozesskontrolle (SPC): Die Statistische Prozesskontrolle (SPC) überwacht laufende Prozesse mit statistischen Methoden – sie ist produktionsbegleitend und reaktiv, nicht präventiv vor Serienanlauf. • Qualitätsregelkarte: Qualitätsregelkarten dienen der fortlaufenden Überwachung von Prozessparametern während der Produktion – sie bewerten keine Fehlerquellen mit Risikoprioritätszahlen vor Produktionsstart. • Qualitätsaudit: Ein Qualitätsaudit prüft unabhängig, ob Qualitätsvorgaben eingehalten werden – es analysiert keine einzelnen Fehlerquellen und berechnet keine Risikoprioritätszahlen.

  2. Q22Was versteht man in der Steuerlehre unter dem Begriff 'Steuerträger'?

    • ADie Finanzbehörde, die für die Festsetzung und Erhebung der Steuer zuständig ist.
    • BDerjenige, der die Steuer rechtlich schuldet und sie direkt an das Finanzamt abführt.
    • CDerjenige, der die Steuerlast wirtschaftlich endgültig trägt.
    • DDas Unternehmen, das im Auftrag des Staates Steuern von Dritten einbehält und weiterleitet.
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    ✓ Richtige Antwort: C. Derjenige, der die Steuerlast wirtschaftlich endgültig trägt.

    Der Steuerträger ist die Person, die die Steuerlast wirtschaftlich tatsächlich trägt. Bei indirekten Steuern wie der Umsatzsteuer ist dies der Endverbraucher, obwohl der Unternehmer die Steuer formell ans Finanzamt abführt. Steuerträger und Steuerschuldner können also auseinanderfallen. Why the other options are incorrect: • Die Finanzbehörde, die für die Festsetzung und Erhebung der Steuer zuständig ist.: Die für Festsetzung und Erhebung zuständige Behörde ist das Finanzamt – diese Rolle entspricht nicht dem Begriff 'Steuerträger', der sich auf die wirtschaftliche Belastung bezieht. • Derjenige, der die Steuer rechtlich schuldet und sie direkt an das Finanzamt abführt.: Derjenige, der die Steuer rechtlich schuldet und ans Finanzamt abführt, ist der Steuerschuldner (Steuerpflichtiger) – nicht der Steuerträger. Beide Begriffe sind bewusst zu unterscheiden. • Das Unternehmen, das im Auftrag des Staates Steuern von Dritten einbehält und weiterleitet.: Ein Unternehmen, das Steuern im Auftrag des Staates einbehält und weiterleitet (z. B. der Arbeitgeber bei der Lohnsteuer), wird als Entrichtungspflichtiger bezeichnet – das ist eine weitere eigenständige Rolle im Steuerrecht.

  3. Q23Was misst die Kennzahl 'Liefertreue' (Termintreue) bei der Lieferantenbeurteilung?

    • ADen Anteil der Lieferungen, bei denen die bestellte Menge korrekt eingehalten wurde
    • BDen prozentualen Anteil der Lieferungen, die innerhalb des vereinbarten Liefertermins eingegangen sind
    • CDie durchschnittliche Lieferzeit eines Lieferanten in Werktagen ab Bestelldatum
    • DDen Anteil beanstandungsfreier Lieferungen ohne Qualitätsmängel
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    ✓ Richtige Antwort: B. Den prozentualen Anteil der Lieferungen, die innerhalb des vereinbarten Liefertermins eingegangen sind

    Liefertreue misst, wie zuverlässig ein Lieferant den vereinbarten Liefertermin einhält: (termingerechte Lieferungen / Gesamtlieferungen) × 100 %. Ein hoher Wert signalisiert hohe Planungssicherheit für den Einkäufer. Why the other options are incorrect: • Den Anteil der Lieferungen, bei denen die bestellte Menge korrekt eingehalten wurde: Die Einhaltung der bestellten Menge wird durch die Kennzahl 'Mengentreue' oder 'Liefergenauigkeit' gemessen – das ist eine eigenständige Kennzahl. • Die durchschnittliche Lieferzeit eines Lieferanten in Werktagen ab Bestelldatum: Die durchschnittliche Lieferzeit ist eine separate Kennzahl (Lieferzeitindex) und beschreibt die Geschwindigkeit, nicht die Termintreue. • Den Anteil beanstandungsfreier Lieferungen ohne Qualitätsmängel: Der Anteil einwandfreier Lieferungen beschreibt die 'Lieferqualität' oder den 'Reklamationsquotienten', nicht die Termintreue.

  4. Q24Welche der folgenden Tätigkeiten wird bei der Wareneingangsprüfung in einem Industrieunternehmen typischerweise NICHT durchgeführt?

    • AKontrolle der gelieferten Menge anhand des Lieferscheins
    • BQualitätsprüfung der angelieferten Ware auf Beschädigungen und Normkonformität
    • CBeurteilung der Kreditwürdigkeit und Bonität des Lieferanten
    • DAbgleich der Lieferpapiere mit der zugehörigen Bestellung im ERP-System
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    ✓ Richtige Antwort: C. Beurteilung der Kreditwürdigkeit und Bonität des Lieferanten

    Die Bonitätsprüfung eines Lieferanten ist Bestandteil der Lieferantenauswahl und -qualifizierung vor Vertragsabschluss, nicht der Wareneingangsprüfung. Bei der Wareneingangsprüfung wird ausschließlich die physisch angelieferte Ware geprüft: Menge, Qualität und Übereinstimmung mit der Bestellung. Why the other options are incorrect: • Kontrolle der gelieferten Menge anhand des Lieferscheins: Falsch. Die Mengenkontrolle – Abgleich der tatsächlich gelieferten Menge mit den Angaben im Lieferschein und in der Bestellung – ist eine Kernaufgabe der Wareneingangsprüfung. • Qualitätsprüfung der angelieferten Ware auf Beschädigungen und Normkonformität: Falsch. Die Qualitätsprüfung auf sichtbare Mängel, Transportschäden und Einhaltung vereinbarter Spezifikationen ist fester Bestandteil jeder Wareneingangsprüfung. • Abgleich der Lieferpapiere mit der zugehörigen Bestellung im ERP-System: Falsch. Das Zuordnen der Lieferpapiere zur ursprünglichen Bestellung im ERP-System ist notwendig für die korrekte buchhalterische Erfassung und gehört zur Wareneingangsprüfung.

  5. Q25Was wird bei der XYZ-Analyse von Lagerartikeln bewertet?

    • ADer wertmäßige Anteil jedes Artikels am Gesamtverbrauch des Unternehmens.
    • BDie Vorhersagbarkeit und Regelmäßigkeit des Verbrauchs eines Artikels.
    • CDie geografische Herkunft und Transportkosten der bezogenen Materialien.
    • DDas Verhältnis zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis je Artikel.
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    ✓ Richtige Antwort: B. Die Vorhersagbarkeit und Regelmäßigkeit des Verbrauchs eines Artikels.

    Die XYZ-Analyse bewertet, wie gleichmäßig und vorhersagbar der Verbrauch eines Artikels ist. X-Teile haben konstanten, gut planbaren Verbrauch; Z-Teile haben unregelmäßigen, schwer prognostizierbaren Bedarf. Why the other options are incorrect: • Der wertmäßige Anteil jedes Artikels am Gesamtverbrauch des Unternehmens.: Der wertmäßige Anteil am Gesamtverbrauch ist das Kriterium der ABC-Analyse, nicht der XYZ-Analyse. • Die geografische Herkunft und Transportkosten der bezogenen Materialien.: Transportkosten und Herkunft sind für die Lieferantenbewertung relevant, nicht für die XYZ-Klassifizierung. • Das Verhältnis zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis je Artikel.: Das Preis-Verhältnis ist ein Kalkulationskriterium, das bei der XYZ-Analyse keine Rolle spielt.

  6. Q26Ein Industrieunternehmen bezieht Rohstoffe auf Ziel für 5.000 € netto. Der Umsatzsteuersatz beträgt 19 %. Welcher Buchungssatz ist korrekt?

    • ARohstoffe 5.950 € an Verbindlichkeiten aus L+L 5.950 €
    • BRohstoffe 5.000 €, Vorsteuer 950 € an Verbindlichkeiten aus L+L 5.950 €
    • CRohstoffe 5.000 €, Umsatzsteuer 950 € an Verbindlichkeiten aus L+L 5.950 €
    • DVerbindlichkeiten aus L+L 5.950 € an Rohstoffe 5.000 €, Vorsteuer 950 €
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    ✓ Richtige Antwort: B. Rohstoffe 5.000 €, Vorsteuer 950 € an Verbindlichkeiten aus L+L 5.950 €

    Die Rohstoffe werden mit dem Nettowert (5.000 €) aktiviert, die abziehbare Vorsteuer (19 % = 950 €) wird als separater Aktivposten erfasst. Da die Rechnung noch nicht bezahlt ist, entsteht eine Verbindlichkeit in Höhe des Bruttobetrags (5.950 €). Why the other options are incorrect: • Rohstoffe 5.950 € an Verbindlichkeiten aus L+L 5.950 €: Rohstoffe dürfen nicht mit dem Bruttobetrag aktiviert werden. Der Vorsteueranteil ist kein Bestandteil der Anschaffungskosten, sondern ein eigenständiger Steueranspruch gegenüber dem Finanzamt. • Rohstoffe 5.000 €, Umsatzsteuer 950 € an Verbindlichkeiten aus L+L 5.950 €: Beim Einkauf bucht das Unternehmen Vorsteuer, nicht Umsatzsteuer. Umsatzsteuer entsteht auf der Ausgangsseite beim Verkauf von Waren oder Leistungen. • Verbindlichkeiten aus L+L 5.950 € an Rohstoffe 5.000 €, Vorsteuer 950 €: Der Buchungssatz ist seitenverkehrt. Verbindlichkeiten entstehen auf der Haben-Seite; Rohstoffe und Vorsteuer werden im Soll gebucht.

  7. Q27Ein Unternehmen vereinnahmt am 1. Oktober des laufenden Jahres eine Mietzahlung von 9.000 € für 9 Monate im Voraus (Oktober bis Juni des Folgejahres). Welcher passive Rechnungsabgrenzungsposten (PRAP) ist zum 31. Dezember auszuweisen?

    • A9.000 €
    • B3.000 €
    • C6.000 €
    • D1.000 €
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    ✓ Richtige Antwort: C. 6.000 €

    Die monatliche Miete beträgt 9.000 € ÷ 9 = 1.000 €. Von Oktober bis Dezember entfallen 3 Monate auf das laufende Jahr (bereits verdient: 3.000 €). Die verbleibenden 6 Monate (Januar bis Juni des Folgejahres) sind noch nicht verdient und als PRAP zu passivieren: 6 × 1.000 € = 6.000 €. Why the other options are incorrect: • 9.000 €: 9.000 € wäre nur dann als PRAP auszuweisen, wenn die gesamte Zahlung in das Folgejahr fiele. Da Oktober bis Dezember bereits dem laufenden Jahr zuzurechnen sind, ist nur der Teilbetrag für das Folgejahr abzugrenzen. • 3.000 €: 3.000 € entspricht dem Teil der Miete, der auf das laufende Jahr entfällt (Oktober bis Dezember). Dieser Betrag ist als Ertrag zu erfassen – nicht als passiver Rechnungsabgrenzungsposten. • 1.000 €: 1.000 € entspricht der Monatsmiete. Die Abgrenzung bezieht sich nicht auf einen einzigen Monat, sondern auf den gesamten noch nicht verdienten Zeitraum von 6 Monaten.

  8. Q28Wie viele Personen sind nach dem Aktiengesetz (AktG) zur Gründung einer Aktiengesellschaft (AG) mindestens erforderlich?

    • AMindestens zwei Personen
    • BMindestens drei Personen
    • CMindestens eine Person
    • DMindestens fünf Personen
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    ✓ Richtige Antwort: C. Mindestens eine Person

    Gemäß § 2 AktG kann eine AG von einer oder mehreren natürlichen oder juristischen Personen gegründet werden. Die sogenannte Einpersonengründung ist im deutschen Aktienrecht ausdrücklich zugelassen. Why the other options are incorrect: • Mindestens zwei Personen: Mindestens zwei Gründer sind nicht erforderlich; die AG kann auch von einer einzigen natürlichen oder juristischen Person allein gegründet werden. • Mindestens drei Personen: Drei Gründer sind ebenfalls nicht notwendig; § 2 AktG lässt eine Gründung durch eine einzige Person ausdrücklich zu. • Mindestens fünf Personen: Fünf Gründer waren nach dem alten Aktienrecht vor der Reform von 1994 erforderlich; diese Mindestanzahl ist heute gesetzlich nicht mehr vorgeschrieben.

  9. Q29Welche drei klassischen Funktionen erfüllt Geld in einer Volkswirtschaft?

    • ATauschmittel, Wertaufbewahrungsmittel und Recheneinheit
    • BTauschmittel, Produktionsmittel und Zahlungsmittel
    • CRecheneinheit, Sparmittel und Investitionsmittel
    • DWertaufbewahrungsmittel, Kreditmittel und Produktionsmittel
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    ✓ Richtige Antwort: A. Tauschmittel, Wertaufbewahrungsmittel und Recheneinheit

    Geld erfüllt die drei klassischen volkswirtschaftlichen Funktionen: Es dient als Tauschmittel (erleichtert den Güteraustausch), als Wertaufbewahrungsmittel (Kaufkraft kann zeitlich gespart werden) und als Recheneinheit (ermöglicht Preisvergleiche). Why the other options are incorrect: • Tauschmittel, Produktionsmittel und Zahlungsmittel: Produktionsmittel ist keine Geldfunktion – Produktionsmittel sind Maschinen, Gebäude oder Rohstoffe. Zahlungsmittel ist zudem keine eigenständige dritte Funktion neben Tauschmittel. • Recheneinheit, Sparmittel und Investitionsmittel: Sparmittel und Investitionsmittel sind keine anerkannten volkswirtschaftlichen Geldfunktionen. Sparen ist eine Verwendungsform, aber keine Funktion des Geldes als solchem. • Wertaufbewahrungsmittel, Kreditmittel und Produktionsmittel: Kreditmittel und Produktionsmittel gehören nicht zu den drei klassischen Geldfunktionen. Diese Begriffe beschreiben Verwendungszwecke, keine Funktionen des Geldes selbst.

  10. Q30Was beschreibt das EMAS (Eco-Management and Audit Scheme)?

    • AEin freiwilliges europäisches Umweltmanagementsystem, das Unternehmen bei der Verbesserung ihrer Umweltleistung unterstützt
    • BEine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtprüfung für alle deutschen Industriebetriebe
    • CEin staatliches Förderprogramm für erneuerbare Energien in der Landwirtschaft
    • DEine internationale Norm für Qualitätsmanagement in Produktionsbetrieben
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    ✓ Richtige Antwort: A. Ein freiwilliges europäisches Umweltmanagementsystem, das Unternehmen bei der Verbesserung ihrer Umweltleistung unterstützt

    EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ist ein freiwilliges EU-Umweltmanagementsystem, das Unternehmen dabei unterstützt, ihre Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern und transparent darüber zu berichten. Why the other options are incorrect: • Eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtprüfung für alle deutschen Industriebetriebe: EMAS ist freiwillig, keine Pflichtprüfung. Eine gesetzliche Teilnahmeverpflichtung für Unternehmen besteht nicht. • Ein staatliches Förderprogramm für erneuerbare Energien in der Landwirtschaft: EMAS ist kein Förderprogramm für die Landwirtschaft, sondern ein Managementsystem für Organisationen aller Branchen. • Eine internationale Norm für Qualitätsmanagement in Produktionsbetrieben: Qualitätsmanagement wird durch ISO 9001 geregelt. EMAS bezieht sich ausschließlich auf Umweltmanagement, nicht auf Produktqualität.

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