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Q11Ein Mitarbeiter benötigt eine aktuelle Arbeitsanweisung, um einen Prozessschritt korrekt auszuführen. Was fordert die DIN EN ISO 9001:2015 hinsichtlich der Verfügbarkeit dieser dokumentierten Information?
✓ Richtige Antwort: A. Die dokumentierte Information muss am Ort und zur Zeit ihrer Verwendung in geeigneter Form verfügbar und nutzbar sein.
Gemäß ISO 9001:2015 Abschnitt 7.5.3.1 muss die Organisation sicherstellen, dass dokumentierte Information dort und dann verfügbar und zur Nutzung geeignet ist, wo und wann sie benötigt wird. Why the other options are incorrect: • Die dokumentierte Information muss zentral beim Qualitätsmanager archiviert und auf schriftliche Anfrage herausgegeben werden.: Eine zentrale Archivierung beim QMB genügt nicht, da die Information am Ort der Verwendung verfügbar sein muss – nicht erst auf Anfrage beschafft werden darf. • Die dokumentierte Information muss an allen Arbeitsplätzen des Unternehmens jederzeit vollständig ausgehängt sein.: Die Norm fordert keine vollständige Aushängung an allen Arbeitsplätzen, sondern eine bedarfsgerechte Verfügbarkeit dort, wo sie tatsächlich gebraucht wird. • Die Verfügbarkeit dokumentierter Information liegt im Ermessen des jeweiligen Vorgesetzten und ist in der Norm nicht geregelt.: Die Norm regelt die Verfügbarkeit dokumentierter Information ausdrücklich in Abschnitt 7.5.3 und überlässt dies nicht allein dem Ermessen von Vorgesetzten.
Q12Wer ist gemäß DIN EN ISO 9001:2015 befugt, dokumentierte Information im QMS zu erstellen und freizugeben?
✓ Richtige Antwort: C. Die Organisation legt selbst fest, wer dokumentierte Information erstellen, überprüfen und freigeben darf – die Norm schreibt keine bestimmten Rollen vor.
Gemäß ISO 9001:2015 Abschnitt 7.5.2 muss die Eignung und Angemessenheit dokumentierter Information sichergestellt werden. Die Norm schreibt keine bestimmten Rollen oder Personen für Erstellung und Freigabe vor – dies regelt die Organisation in eigener Verantwortung. Why the other options are incorrect: • Ausschließlich der Qualitätsmanagementbeauftragte darf QMS-Dokumente erstellen und freigeben.: Die ISO 9001:2015 schreibt nicht vor, dass nur der QMB für Dokumente zuständig sein darf – die Verantwortung kann flexibel auf Prozessverantwortliche oder andere geeignete Rollen verteilt werden. • Die Norm verpflichtet die oberste Leitung, alle Dokumente des QMS persönlich zu unterzeichnen.: Eine persönliche Unterschrift der obersten Leitung unter alle QMS-Dokumente ist kein Normerfordernis; Freigabeprozesse können organisationsspezifisch gestaltet werden. • Dokumente dürfen erst nach Überprüfung durch einen externen Qualitätsauditor in Kraft gesetzt werden.: Die Freigabe durch externe Auditoren ist kein Normerfordernis und widerspräche dem Grundsatz der Eigenverantwortung der Organisation für ihr QMS.
Q13Welche Aussage zum erforderlichen Umfang dokumentierter Information in einem QMS nach DIN EN ISO 9001:2015 ist korrekt?
✓ Richtige Antwort: D. Der erforderliche Umfang hängt von Größe, Prozesskomplexität und Kompetenz der Mitarbeiter der Organisation ab.
Die ISO 9001:2015 legt in Abschnitt 7.5.1 fest, dass der Umfang der dokumentierten Information je nach Größe der Organisation, Komplexität der Prozesse und Kompetenz der Personen variieren kann. Ein Qualitätshandbuch ist nicht mehr verpflichtend vorgeschrieben. Why the other options are incorrect: • Jeder Prozess muss in einer separaten Verfahrensanweisung dokumentiert sein.: Die Norm fordert keine Verfahrensanweisung für jeden Prozess; die Organisation entscheidet selbst, welche dokumentierten Informationen notwendig sind. • Ein Qualitätshandbuch sowie mindestens sechs Verfahrensanweisungen sind verpflichtend vorgeschrieben.: Diese Anforderung (Qualitätshandbuch + sechs Verfahrensanweisungen) stammte aus der ISO 9001:2008 und wurde in der ISO 9001:2015 explizit aufgehoben. • Der Umfang ist normativ vollständig festgelegt und gilt für alle Organisationen gleichermaßen.: Die Norm gibt Mindestanforderungen vor, lässt aber bewusst Spielraum; der konkrete Umfang ist organisationsspezifisch.
Q14In welchen geplanten Abständen muss die Managementbewertung gemäß ISO 9001:2015 §9.3.1 durchgeführt werden?
✓ Richtige Antwort: C. In geplanten Abständen, die die Organisation selbst festlegt
Die Norm schreibt in §9.3.1 lediglich 'in geplanten Abständen' vor. Die konkrete Häufigkeit legt die Organisation selbst risikoorientiert fest – es gibt keine fixe Vorgabe. Why the other options are incorrect: • Mindestens monatlich: Eine monatliche Pflicht existiert nicht. Die Norm überlässt die Frequenz bewusst der Organisation. • Genau einmal pro Quartal: Ein festes Quartalintervall ist normativ nicht vorgeschrieben; die Organisation bestimmt den Rhythmus selbst. • Zwingend jährlich zum Geschäftsjahresende: Ein jährliches Intervall ist zwar gängige Praxis, aber nicht die einzig normkonforme Lösung – die Norm schreibt kein Jahresintervall vor.
Q15Die Ausschussquote eines Fertigungsprozesses stieg im letzten Quartal von 1,2 % auf 2,8 %. Welche Schlussfolgerung ist im Rahmen der Managementbewertung nach ISO 9001:2015 korrekt?
✓ Richtige Antwort: B. Die Entwicklung muss als Trend in die Managementbewertung einfließen und Maßnahmen müssen beschlossen werden
ISO 9001:2015 §9.3.2 fordert die Berücksichtigung von Leistungstrends (u. a. Prozessleistung und Produktkonformität) als Eingabe. §9.3.3 verpflichtet die oberste Leitung, daraus Entscheidungen und Maßnahmen abzuleiten. Why the other options are incorrect: • Die Kennzahl ist unkritisch, solange der Umsatz stabil bleibt: Umsatzstabilität kompensiert keine Qualitätsverschlechterung. Prozessleistungstrends sind unabhängig vom Umsatz zu bewerten und zu adressieren. • Die Managementbewertung darf erst nach Abschluss einer Ursachenanalyse stattfinden: Die Ursachenanalyse kann parallel laufen; die Managementbewertung ist nicht von deren Abschluss abhängig und darf nicht verzögert werden. • Der QMB entscheidet eigenverantwortlich über Korrektivmaßnahmen; die oberste Leitung muss nicht informiert werden: Die Verantwortung für Korrektiventscheidungen bei signifikanten QMS-Abweichungen liegt bei der obersten Leitung, nicht allein beim QMB.
Q16Was gilt gemäß ISO 9001:2015 für die Dokumentation der Managementbewertung?
✓ Richtige Antwort: B. Dokumentierte Information als Nachweis über die Ergebnisse der Managementbewertung ist erforderlich; das Format schreibt die Norm nicht vor.
ISO 9001:2015 §9.3 fordert 'dokumentierte Information als Nachweis über die Ergebnisse der Managementbewertungen'. Ein vorgeschriebenes Format oder Medium gibt es nicht – die Organisation gestaltet Umfang und Form der Dokumentation frei. Why the other options are incorrect: • Das Unternehmen muss ein von der Norm vorgegebenes standardisiertes Protokollformular verwenden.: Die Norm schreibt kein spezifisches Formular vor; Form und Medium der Dokumentation liegen im Ermessen der Organisation. • Nur die beschlossenen Maßnahmen müssen dokumentiert werden – die besprochenen Eingaben nicht.: Der Nachweis betrifft die Ergebnisse (Ausgaben) der Bewertung insgesamt; eine Begrenzung auf Maßnahmenbeschlüsse wäre normativ unvollständig und für die Nachverfolgung unzureichend. • Die Dokumentation ist erst beim nächsten Zertifizierungsaudit vorzulegen und muss nicht zeitnah erfolgen.: Die Managementbewertung muss fortlaufend und zeitnah dokumentiert werden, nicht erst anlassbezogen für Audits; verzögerte Dokumentation gefährdet die Nachverfolgbarkeit.
Q17Unter welcher Voraussetzung darf eine Organisation die Anforderungen zu Design und Entwicklung (ISO 9001:2015 Kapitel 8.3) aus dem Anwendungsbereich ihres QMS ausschließen?
✓ Richtige Antwort: C. Wenn die Organisation nachweisen kann, dass diese Anforderungen auf ihre Produkte und Dienstleistungen nicht anwendbar sind, etwa weil ausschließlich nach vollständig vorgegebenen Kundenspezifikationen gefertigt wird
ISO 9001:2015 erlaubt den Ausschluss von Anforderungen aus Kapitel 8, wenn die Organisation begründen kann, dass diese auf ihre Produkte und Dienstleistungen nicht anwendbar sind. Kapitel 8.3 kann z. B. ausgeschlossen werden, wenn die Organisation ausschließlich nach vollständig vorgegebenen Kundenspezifikationen produziert und selbst keinen Designprozess durchführt. Why the other options are incorrect: • Wenn die Entwicklungsabteilung weniger als zehn Prozent der Gesamtbelegschaft ausmacht und keine eigenständige Grundlagenforschung betreibt: Falsch, weil die Größe der Entwicklungsabteilung kein Kriterium für einen Ausschluss nach ISO 9001:2015 ist; maßgeblich ist allein die Anwendbarkeit der Anforderung auf die Produkte und Dienstleistungen. • Grundsätzlich nie, da Kapitel 8.3 zu den nicht ausschließbaren Kernanforderungen der ISO 9001:2015 zählt: Falsch, weil ISO 9001:2015 ausdrücklich Ausschlüsse von Anforderungen aus Kapitel 8 erlaubt, sofern diese nachweislich nicht anwendbar sind und der Ausschluss im Anwendungsbereich begründet wird (vgl. Kapitel 4.3). • Wenn ein akkreditierter Zertifizierungsauditor schriftlich bestätigt, dass Design und Entwicklung für den Geschäftszweck der Organisation nicht relevant sind: Falsch, weil über Ausschlüsse nicht der Auditor, sondern die Organisation selbst auf Basis ihrer Analyse gemäß Kapitel 4.3 entscheidet; die Begründung muss im dokumentierten Anwendungsbereich enthalten sein.
Q18Welches Merkmal ist charakteristisch für den Prozessansatz, den ISO 9001:2015 von Organisationen fordert?
✓ Richtige Antwort: C. Prozesse werden als miteinander verknüpfte Aktivitäten verstanden, die Eingaben in Ergebnisse umwandeln und als System zusammenwirken
Der Prozessansatz begreift Aktivitäten als zusammenhängende Prozesse, die Eingaben in Ausgaben umwandeln. Die Interaktion dieser Prozesse als System ermöglicht eine effektive Steuerung und gezielte Verbesserung der Qualitätsleistung. Why the other options are incorrect: • Alle Prozesse müssen detailliert in einem zentralen Qualitätshandbuch beschrieben sein: Ein Qualitätshandbuch ist in der ISO 9001:2015 nicht mehr explizit gefordert; die Beschreibung sämtlicher Prozesse darin ist keine Normforderung. • Jeder Prozess ist von einer eigenen Qualitätsfachkraft zu überwachen und zu verantworten: Die Norm schreibt keine separate Qualitätsfachkraft pro Prozess vor; Prozessverantwortung kann flexibel zugewiesen werden. • Alle Prozesse müssen mindestens jährlich von einem externen Auditor überprüft werden: Externe Jahresaudits für jeden einzelnen Prozess sind keine Forderung der ISO 9001:2015; das Auditprogramm legt die Organisation selbst fest.
Q19Was muss eine Organisation gemäß ISO 9001:2015 Kapitel 4.3 beim Festlegen des Anwendungsbereichs ihres Qualitätsmanagementsystems berücksichtigen?
✓ Richtige Antwort: B. Die externen und internen Themen aus Kapitel 4.1, die Anforderungen relevanter interessierter Parteien aus Kapitel 4.2 sowie die Produkte und Dienstleistungen der Organisation
Gemäß Kapitel 4.3 muss die Organisation beim Festlegen des Anwendungsbereichs die externen und internen Themen (4.1), die Anforderungen relevanter interessierter Parteien (4.2) sowie ihre Produkte und Dienstleistungen berücksichtigen. Der festgelegte Anwendungsbereich muss als dokumentierte Information verfügbar sein. Why the other options are incorrect: • Ausschließlich die Kundenanforderungen und die gesetzlichen Anforderungen an die Produkte: Falsch, weil die ISO 9001:2015 ausdrücklich auch interne Themen, interessierte Parteien und die eigenen Produkte und Dienstleistungen als Grundlage fordert – nicht nur Kunden- und Gesetzesanforderungen. • Alle Kapitel der ISO 9001:2015 müssen vollständig und ohne Ausnahme angewendet werden: Falsch, weil ISO 9001:2015 ausdrücklich erlaubt, Anforderungen auszuschließen, die auf die eigenen Produkte und Dienstleistungen nicht anwendbar sind – sofern dies begründet wird. • Nur Prozesse, die direkten Einfluss auf die Produktqualität haben und durch den Kunden auditiert werden können: Falsch, weil ISO 9001:2015 keine Einschränkung auf kundenseitig auditierbare Prozesse vornimmt; alle relevanten Prozesse der Organisation sind zu berücksichtigen.
Q20Was fordert ISO 9001:2015 in Kapitel 6.3 von einer Organisation bei geplanten Änderungen am Qualitätsmanagementsystem?
✓ Richtige Antwort: C. Die Organisation muss Änderungen am QMS planmäßig vornehmen und dabei Zweck, Integrität des QMS, verfügbare Ressourcen sowie Verantwortlichkeiten berücksichtigen
ISO 9001:2015 Kapitel 6.3 legt fest, dass Änderungen am QMS planmäßig durchgeführt und dabei der Zweck der Änderung, die Wahrung der Integrität des QMS, die Verfügbarkeit von Ressourcen sowie die Zuweisung von Verantwortlichkeiten berücksichtigt werden müssen. Why the other options are incorrect: • Jede Änderung am QMS muss vor ihrer Umsetzung durch die zuständige Zertifizierungsstelle genehmigt werden: Eine externe Genehmigung durch die Zertifizierungsstelle ist keine Normforderung; Änderungen liegen im Verantwortungsbereich der Organisation selbst. • Änderungen am QMS dürfen nur in vollständiger Abstimmung mit allen betroffenen Mitarbeitenden vorgenommen werden: Die Norm schreibt keine vollständige Mitarbeiterkonsultation vor; entscheidend ist die geplante und kontrollierte Durchführung der Änderung. • Geplante Änderungen am QMS sind nur dann erforderlich, wenn ein Zertifizierungsaudit bevorsteht: Änderungen am QMS werden durch tatsächlichen Verbesserungs- oder Anpassungsbedarf ausgelöst, nicht durch bevorstehende Audits.
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