Büromanagement IHK Übungsfragen und Antworten 2026. Tippe auf eine Option, um dich selbst zu testen — du siehst die richtige Antwort und eine klare Erklärung zu jeder Frage. Kostenlos, keine Anmeldung.
Q11Was besagt das Angebotsgesetz?
✓ Richtige Antwort: D. Bei höheren Preisen bieten Anbieter mehr Güter an.
Das Angebotsgesetz beschreibt die positive Beziehung zwischen Preis und angebotener Menge: Bei steigendem Preis lohnt sich die Produktion mehr, weshalb Anbieter ihre Angebotsmenge ausdehnen. Die Angebotskurve verläuft daher von links unten nach rechts oben. Why the other options are incorrect: • Bei höheren Preisen bieten Anbieter weniger Güter an.: Falsch. Höhere Preise motivieren Anbieter, mehr anzubieten, nicht weniger – höhere Preise bedeuten höhere Gewinne je Einheit. • Die Angebotsmenge ist unabhängig vom Marktpreis.: Falsch. Die Angebotsmenge ist sehr wohl vom Preis abhängig – das Angebotsgesetz beschreibt genau diese Abhängigkeit. • Bei sinkenden Preisen steigt die Angebotsmenge.: Falsch. Bei sinkenden Preisen sinkt die Angebotsmenge, da die Produktion weniger rentabel wird – nicht umgekehrt.
Q12Welche wirtschaftliche Situation wird als 'Stagflation' bezeichnet?
✓ Richtige Antwort: C. Das gleichzeitige Auftreten von wirtschaftlicher Stagnation (oder Rezession) und hoher Inflation
Stagflation (Kofferwort aus Stagnation und Inflation) beschreibt das gleichzeitige Auftreten von wirtschaftlicher Stagnation oder Rezession, hoher Arbeitslosigkeit und steigendem Preisniveau. Dies stellt die klassische Wirtschaftspolitik vor besondere Herausforderungen, da die üblichen Maßnahmen gegen Inflation (restriktiv) und gegen Rezession (expansiv) sich widersprechen. Bekanntes Beispiel: Ölkrise der 1970er Jahre. Why the other options are incorrect: • Gleichzeitiges Auftreten von hohem Wirtschaftswachstum und stabilen Preisen: Gleichzeitiges Wachstum und Preisstabilität ist das Ideal jeder Wirtschaftspolitik, aber keine Stagflation – dieser Begriff beschreibt gerade die Kombination von negativen Phänomenen. • Eine Phase mit stark sinkendem Preisniveau (Deflation) bei gleichzeitig steigendem BIP: Sinkendes Preisniveau bei steigendem BIP ist das Gegenteil von Stagflation und eher untypisch. Deflation bei Wachstum ist wirtschaftspolitisch eine andere Herausforderung. • Sehr schnelles Wirtschaftswachstum verbunden mit sinkender Arbeitslosenquote: Hohes Wachstum und sinkende Arbeitslosigkeit sind Merkmale eines konjunkturellen Booms, nicht einer Stagflation.
Q13Welche vier Ziele bilden das sogenannte 'Magische Viereck' des deutschen Stabilitätsgesetzes von 1967?
✓ Richtige Antwort: A. Vollbeschäftigung, Preisstabilität, angemessenes Wirtschaftswachstum, außenwirtschaftliches Gleichgewicht
Das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz (1967) verpflichtet Bund und Länder, die vier Ziele gleichzeitig anzustreben: Vollbeschäftigung, Preisstabilität, stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum sowie außenwirtschaftliches Gleichgewicht. Why the other options are incorrect: • Vollbeschäftigung, Preisstabilität, soziale Gerechtigkeit, ausgeglichener Staatshaushalt: Soziale Gerechtigkeit und ausgeglichener Staatshaushalt sind keine Bestandteile des Magischen Vierecks; soziale Ziele gehören zum erweiterten 'Magischen Sechseck'. • Wirtschaftswachstum, Preisstabilität, Umweltschutz, Vollbeschäftigung: Umweltschutz ist nicht im Stabilitätsgesetz von 1967 verankert; er wurde erst später als ergänzendes Ziel diskutiert. • Preisstabilität, Vollbeschäftigung, ausgeglichener Staatshaushalt, Wirtschaftswachstum: Der ausgeglichene Staatshaushalt gehört nicht zum Magischen Viereck; das vierte Ziel lautet außenwirtschaftliches Gleichgewicht, nicht Haushaltssanierung.
Q14Der ifo-Geschäftsklimaindex wird als 'vorlaufender Konjunkturindikator' bezeichnet. Was bedeutet das?
✓ Richtige Antwort: C. Er zeigt Erwartungen und Stimmung der Unternehmen und lässt künftige Konjunkturentwicklungen erahnen.
Der ifo-Index befragt Unternehmen zu ihrer aktuellen Lage und ihren Erwartungen für die nächsten Monate. Da er Erwartungen abbildet, verändert er sich bereits vor einer tatsächlichen konjunkturellen Wende – daher 'vorlaufend'. Why the other options are incorrect: • Er misst die wirtschaftliche Lage der vergangenen zwölf Monate rückwirkend.: Rückblickende Messungen sind Eigenschaften nachlaufender Indikatoren (z. B. Jahres-BIP-Daten), nicht des ifo-Index. • Er gibt Auskunft über die aktuelle Zahl der Arbeitslosen.: Die Arbeitslosenquote ist ein nachlaufender Indikator, da der Arbeitsmarkt erst mit Verzögerung auf Konjunkturveränderungen reagiert. • Er dokumentiert abgeschlossene Unternehmensinsolvenzen des letzten Quartals.: Insolvenzstatistiken sind ebenfalls nachlaufend – Unternehmen melden Insolvenz, nachdem die wirtschaftliche Krise bereits eingesetzt hat.
Q15Welche personelle Maßnahme unterliegt in Betrieben mit mehr als 20 wahlberechtigten Arbeitnehmern der Zustimmungspflicht des Betriebsrats nach § 99 BetrVG?
✓ Richtige Antwort: A. Einstellung eines neuen Arbeitnehmers
Nach § 99 BetrVG bedarf die Einstellung, Versetzung, Ein- und Umgruppierung in Betrieben mit mehr als 20 wahlberechtigten Arbeitnehmern der Zustimmung des Betriebsrats. Why the other options are incorrect: • Ordentliche Kündigung eines Arbeitnehmers: Bei Kündigungen hat der Betriebsrat ein Anhörungsrecht nach § 102 BetrVG, aber kein Zustimmungsrecht; eine fehlende Anhörung macht die Kündigung unwirksam. • Abmahnung eines Arbeitnehmers: Abmahnungen sind keine mitbestimmungspflichtigen Maßnahmen; der Betriebsrat kann allenfalls auf Entfernung einer unberechtigten Abmahnung hinwirken. • Anordnung von Kurzarbeit: Die Einführung von Kurzarbeit unterliegt dem Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG, nicht dem Zustimmungsverfahren des § 99 BetrVG.
Q16Wie lange ist die allgemeine Wartezeit, die für den Bezug einer Regelaltersrente in der gesetzlichen Rentenversicherung mindestens erfüllt sein muss?
✓ Richtige Antwort: A. 5 Jahre (60 Monate)
Die allgemeine Wartezeit in der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt 5 Jahre (60 Monate) und ist die grundlegende Mindestvoraussetzung für den Anspruch auf eine Regelaltersrente. Why the other options are incorrect: • 10 Jahre (120 Monate): 10 Jahre ist keine standardmäßige Wartezeit in der gesetzlichen Rentenversicherung; diese Angabe entspricht keiner gesetzlich definierten Wartefrist. • 15 Jahre (180 Monate): 15 Jahre entspricht keiner offiziellen Wartezeit im deutschen Rentenversicherungsrecht. • 35 Jahre (420 Monate): 35 Jahre ist die sogenannte 'große Wartezeit', die für die Altersrente für langjährig Versicherte gilt – nicht für die Regelaltersrente.
Q17Welches Merkmal kennzeichnet eine indirekte Steuer?
✓ Richtige Antwort: C. Steuerschuldner und Steuerträger sind verschiedene Personen.
Bei indirekten Steuern (z. B. Umsatzsteuer) ist der Steuerschuldner (z. B. das Unternehmen) nicht identisch mit dem Steuerträger (z. B. dem Verbraucher), der die Steuer wirtschaftlich trägt. Why the other options are incorrect: • Steuerschuldner und Steuerträger sind identisch.: Dies beschreibt eine direkte Steuer (z. B. Einkommensteuer), bei der Steuerschuldner und Steuerträger identisch sind. • Die Steuer wird direkt vom Finanzamt beim Endverbraucher erhoben.: Indirekte Steuern werden nicht direkt beim Endverbraucher erhoben – das Unternehmen führt sie stellvertretend ans Finanzamt ab. • Sie wird ausschließlich von juristischen Personen gezahlt.: Indirekte Steuern sind nicht auf juristische Personen beschränkt; auch Einzelunternehmer und Handwerksbetriebe sind typische Steuerschuldner.
Q18Welche der folgenden Steuern zählt zu den sogenannten 'Gemeinschaftssteuern' in Deutschland?
✓ Richtige Antwort: C. Einkommensteuer, weil ihr Aufkommen nach einem gesetzlichen Schlüssel auf Bund, Länder und Gemeinden verteilt wird
Gemeinschaftssteuern (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer) sind in Art. 106 GG geregelt; ihr Aufkommen wird nach festgelegten Quoten auf Bund, Länder und zum Teil Gemeinden verteilt. Why the other options are incorrect: • Grundsteuer, weil sie allen Gemeindeebenen zugute kommt: Die Grundsteuer ist eine Gemeindesteuer, kein Gemeinschaftssteuer – ihr Aufkommen fließt ausschließlich den Gemeinden zu. • Gewerbesteuer, weil sie von Bund, Ländern und Gemeinden gemeinsam festgesetzt wird: Die Gewerbesteuer ist ebenfalls eine Gemeindesteuer; die Festsetzung des Hebesatzes liegt bei der Gemeinde, nicht bei Bund oder Ländern. • Kfz-Steuer, weil sie von Bund und Ländern gemeinsam erhoben wird: Die Kfz-Steuer ist eine Bundessteuer; ihr Aufkommen steht allein dem Bund zu und wird nicht mit Ländern oder Gemeinden geteilt.
Q19Was bedeutet ein 'progressiver Steuertarif' bei der Einkommensteuer?
✓ Richtige Antwort: C. Der Steuersatz steigt mit zunehmendem zu versteuernden Einkommen.
Bei einem progressiven Steuertarif steigt der Grenzsteuersatz mit wachsendem Einkommen. In Deutschland liegt er bei der Einkommensteuer zwischen 14 % und 45 %. Why the other options are incorrect: • Der Steuersatz ist für alle Einkommensstufen einheitlich festgelegt.: Ein einheitlicher Steuersatz für alle wird als proportionaler Tarif bezeichnet, z. B. die Körperschaftsteuer mit 15 %. • Der Steuersatz sinkt mit steigendem zu versteuernden Einkommen.: Ein mit dem Einkommen sinkender Steuersatz wäre ein regressiver Tarif – das Gegenteil der deutschen Einkommensteuer. • Der Steuersatz wird jährlich durch den Bundestag neu festgelegt.: Der Einkommensteuertarif ist im EStG gesetzlich geregelt und wird nicht jährlich neu beschlossen; er bleibt bis zu einer Gesetzesänderung gültig.
Q20Welche der folgenden Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) eines Onlinehändlers gegenüber Verbrauchern ist nach dem BGB unwirksam?
✓ Richtige Antwort: B. "Mängelansprüche des Käufers verjähren bei neu gelieferten Waren bereits nach 6 Monaten ab Übergabe."
Im Verbrauchsgüterkauf darf die Verjährungsfrist für Mängelansprüche bei neuen Waren nicht unter 2 Jahre verkürzt werden (§ 476 BGB). Eine AGB-Klausel, die diese Frist auf 6 Monate reduziert, ist gemäß §§ 307, 476 BGB unwirksam. Why the other options are incorrect: • "Für den Versand der Ware werden Versandkosten erhoben, die im Bestellprozess ausgewiesen werden.": Falsch. Die Erhebung von Versandkosten ist grundsätzlich zulässig, sofern der Verbraucher vor Vertragsschluss transparent darüber informiert wird. • "Der Käufer kann Waren innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt gegen volle Kostenerstattung zurückgeben.": Falsch. Eine freiwillige Verlängerung der Rückgabefrist über das gesetzliche Widerrufsrecht hinaus ist für den Verbraucher günstiger und daher zulässig. • "Im Falle von Zahlungsverzug werden Zinsen in gesetzlicher Höhe berechnet.": Falsch. Die Vereinbarung gesetzlicher Verzugszinsen entspricht dem gesetzlichen Rahmen und ist in AGB wirksam.
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