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Q21Klara kauft ein neues Sofa. Nach 8 Monaten zeigt sich ein Webfehler im Stoff. Der Händler behauptet, der Fehler sei durch unsachgemäße Nutzung durch Klara entstanden. Wen trifft nach aktuell geltendem Recht die Beweislast?
✓ Richtige Antwort: B. Der Händler muss beweisen, dass der Fehler bei Gefahrübergang noch nicht vorlag
Gemäß § 477 BGB n.F. (in Kraft seit 01.01.2022) gilt beim Verbrauchsgüterkauf innerhalb von 12 Monaten nach Gefahrübergang die gesetzliche Vermutung, dass ein aufgetretener Mangel bereits bei Lieferung vorlag. Der Händler muss das Gegenteil beweisen. Da der Fehler nach 8 Monaten auftrat, greift die Beweislastumkehr noch. Why the other options are incorrect: • Klara muss beweisen, dass der Webfehler bereits bei Lieferung vorhanden war: Diese Verteilung der Beweislast entsprach der alten Rechtslage vor 2022. Nach § 477 BGB n.F. liegt die Beweislast innerhalb von 12 Monaten beim Verkäufer, nicht beim Käufer. • Beide Parteien tragen gleichermaßen die Beweislast und müssen einen gemeinsamen Sachverständigen benennen: Das BGB sieht keine Pflicht zur gemeinsamen Sachverständigenbeauftragung vor. Die Beweislast liegt innerhalb der 12-Monats-Frist einseitig beim Händler. • Da der Fehler erst nach mehr als 6 Monaten aufgetreten ist, entfällt die Beweislastumkehr vollständig: Die 6-Monats-Grenze galt nach altem Recht (bis 31.12.2021). Seit Umsetzung der EU-Warenkaufrichtlinie beträgt die Frist für die Beweislastumkehr nun 12 Monate.
Q22Wie ist der Berufsbildungsausschuss gemäß § 77 BBiG bei der zuständigen Stelle (z. B. IHK) zusammengesetzt?
✓ Richtige Antwort: B. Zu gleichen Teilen aus Beauftragten der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Berufsschulen
Gemäß § 77 BBiG besteht der Berufsbildungsausschuss aus je sechs Beauftragten der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Berufsschulen. Er ist damit tripartistisch besetzt und spiegelt die drei wesentlichen Akteure der dualen Berufsausbildung wider. Why the other options are incorrect: • Ausschließlich aus Beauftragten der Ausbildungsbetriebe: Falsch. Der Berufsbildungsausschuss ist bewusst paritätisch und tripartistisch besetzt, um alle Interessengruppen zu berücksichtigen. Eine reine Arbeitgebervertretung würde dem Ziel ausgewogener Interessenwahrung widersprechen. • Aus hauptamtlichen Mitarbeitern des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB): Falsch. Das BIBB ist eine Bundesbehörde, die auf nationaler Ebene tätig ist. Es ist nicht in die Berufsbildungsausschüsse der einzelnen zuständigen Stellen eingebunden. • Aus Auszubildenden, Ausbildern und Richtern des zuständigen Arbeitsgerichts: Falsch. Auszubildende und Richter sind keine Mitglieder des Berufsbildungsausschusses nach § 77 BBiG. Er besteht aus Beauftragten der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Berufsschulen.
Q23Was muss eine Ausbildungsstätte gemäß § 27 Abs. 1 BBiG erfüllen, um für die Berufsausbildung geeignet zu sein?
✓ Richtige Antwort: D. Sie muss nach Art und Einrichtung geeignet sein, die im Ausbildungsberuf erforderlichen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu vermitteln
§ 27 Abs. 1 BBiG verlangt, dass Ausbildungsstätten nach Art und Einrichtung für die Berufsausbildung geeignet sind und die im Ausbildungsberuf erforderlichen beruflichen Handlungskompetenzen vermitteln können. Why the other options are incorrect: • Sie muss mindestens zehn Auszubildende gleichzeitig beschäftigen und tarifgebunden sein: Eine Mindestanzahl von Auszubildenden ist gesetzlich nicht vorgeschrieben; auch Einzelunternehmen mit einem Auszubildenden können geeignet sein. • Sie muss über eine staatliche Betriebsanerkennung sowie eine gültige ISO-Zertifizierung verfügen: Eine ISO-Zertifizierung ist keine gesetzliche Eignungsvoraussetzung nach BBiG; maßgeblich ist die tatsächliche Eignung zur Ausbildung. • Sie muss ihren Hauptsitz in demselben Bundesland haben wie die zuständige Kammer: Der räumliche Bezug zur zuständigen Stelle ist für die Eignungsfrage unerheblich; entscheidend ist die inhaltliche Ausbildungseignung.
Q24Welche Aussage zur Eigentumsgarantie im deutschen Grundgesetz (Art. 14 GG) trifft zu?
✓ Richtige Antwort: C. Eigentum verpflichtet – sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen.
Art. 14 Abs. 2 GG lautet: 'Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.' Dies ist ein Kernmerkmal der sozialen Marktwirtschaft: Privateigentum wird garantiert, aber mit sozialer Verantwortung verbunden. Why the other options are incorrect: • Eigentum ist absolut und ohne Einschränkungen geschützt – staatliche Eingriffe sind grundsätzlich unzulässig.: Eigentum ist zwar grundgesetzlich geschützt, aber nicht absolut. Das GG erlaubt Enteignungen gegen Entschädigung (Art. 14 Abs. 3 GG) sowie soziale Bindungen des Eigentums. • Privateigentum an Produktionsmitteln ist in Deutschland grundsätzlich verboten.: Das Gegenteil ist richtig: Deutschland garantiert das Recht auf Privateigentum, auch an Produktionsmitteln. Ein Verbot des Privateigentums wäre typisch für Planwirtschaften. • Eine Enteignung ist nur möglich, wenn der betroffene Eigentümer ausdrücklich zustimmt.: Enteignungen sind nach Art. 14 Abs. 3 GG auch ohne Zustimmung des Eigentümers möglich – jedoch nur zum Wohl der Allgemeinheit und gegen angemessene Entschädigung.
Q25Was geschieht auf einem freien Markt mit dem Preis eines Gutes, wenn das Angebot deutlich zunimmt, die Nachfrage aber unverändert bleibt?
✓ Richtige Antwort: C. Der Preis sinkt, bis sich ein neues Marktgleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage herausbildet.
Übersteigt das Angebot die Nachfrage (Angebotsüberschuss), entsteht Konkurrenzdruck unter den Anbietern: Der Preis sinkt, bis Angebot und Nachfrage wieder übereinstimmen – das neue Marktgleichgewicht. Dies ist der grundlegende Preisbildungsmechanismus der Marktwirtschaft. Why the other options are incorrect: • Der Preis steigt, da mehr Güter verkauft werden müssen und die Anbieter höhere Einnahmen anstreben.: Ein größeres Angebot bei gleichbleibender Nachfrage führt nicht zu höheren, sondern zu niedrigeren Preisen, weil Anbieter untereinander um Käufer konkurrieren. • Der Preis bleibt unverändert, da Angebot und Nachfrage sich gegenseitig nicht beeinflussen.: Angebot und Nachfrage beeinflussen sich über den Preis gegenseitig – der Marktmechanismus sorgt für Preisanpassung. Ohne Veränderung des Preises würde der Angebotsüberschuss dauerhaft bestehen bleiben. • Der Staat legt automatisch einen neuen Gleichgewichtspreis per Verordnung fest.: In der sozialen Marktwirtschaft bilden sich Preise grundsätzlich durch Angebot und Nachfrage. Staatliche Preisfestsetzungen (z. B. Mindest- oder Höchstpreise) sind Ausnahmen und erfolgen nicht automatisch.
Q26Welches Merkmal kennzeichnet die Just-in-Time-Beschaffungsstrategie?
✓ Richtige Antwort: B. Materialanlieferung zeitgenau unmittelbar vor dem Produktionsbedarf
Just-in-Time (JIT) zielt darauf ab, Material exakt zum Zeitpunkt des Bedarfs zu liefern, ohne Zwischenlagerung. Dadurch sinken Lagerkosten und gebundenes Kapital; die Strategie setzt jedoch zuverlässige Lieferanten und präzise Bedarfsplanung voraus. Why the other options are incorrect: • Aufbau hoher Sicherheitsbestände zum Schutz vor Lieferausfällen: Hohe Sicherheitsbestände sind das Gegenteil von JIT; sie kennzeichnen eine Vorratsstrategie, die durch JIT gerade vermieden werden soll. • Bündelung großer Bestellmengen zur Erzielung von Mengenrabatten: Große Bestellmengen erhöhen den Lagerbestand und widersprechen dem JIT-Prinzip, auch wenn dadurch Mengenrabatte möglich wären. • Zentralisierung aller Warenbestände in einem einzigen Regionallager: Zentrallager sind eine organisatorische Entscheidung der Lagerhaltung und haben keinen direkten Zusammenhang mit der JIT-Beschaffungsstrategie.
Q27Was besagt das Günstigkeitsprinzip im deutschen Arbeitsrecht?
✓ Richtige Antwort: C. Einzelvertragliche Regelungen können von tarifvertraglichen Regelungen zugunsten des Arbeitnehmers abweichen, nicht jedoch zu seinem Nachteil.
Das Günstigkeitsprinzip (§ 4 Abs. 3 TVG) erlaubt, dass der Einzelarbeitsvertrag von Tarifvertragsregelungen abweicht, sofern dies für den Arbeitnehmer günstiger ist. Ungünstigere Abweichungen sind unwirksam; es gilt dann automatisch die tarifliche Regelung. Why the other options are incorrect: • Tarifverträge setzen stets günstigere Bedingungen als Betriebsvereinbarungen und haben daher immer Vorrang.: Das Günstigkeitsprinzip regelt das Verhältnis zwischen Individualvertrag und Kollektivnorm (Tarifvertrag), nicht das Rangverhältnis zwischen Tarifvertrag und Betriebsvereinbarung. • Arbeitgeber sind verpflichtet, mindestens die marktübliche Vergütung zu zahlen.: Das Günstigkeitsprinzip betrifft die Normenhierarchie im Arbeitsrecht, nicht die Frage der marktüblichen Vergütung. • Bei Kündigungen muss stets die für den Arbeitnehmer günstigste Frist gewählt werden.: Das Günstigkeitsprinzip gilt für alle Arbeitsbedingungen im Verhältnis von Einzelvertrag zu Kollektivnorm – es ist kein auf Kündigungsfristen beschränkter Grundsatz.
Q28Der Betriebsrat hat nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) bei welcher der folgenden Maßnahmen ein echtes Mitbestimmungsrecht?
✓ Richtige Antwort: B. Bei der Einführung einer neuen Arbeitszeitregelung
Gemäß § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG hat der Betriebsrat ein erzwingbares Mitbestimmungsrecht bei der Regelung der Arbeitszeit, da es sich um eine soziale Angelegenheit handelt. Why the other options are incorrect: • Bei der Festlegung der langfristigen Unternehmensstrategie: Falsch – Die Unternehmensstrategie gehört zu wirtschaftlichen Grundsatzentscheidungen, die allein der Unternehmensleitung obliegen; der Betriebsrat hat hierbei nur ein Informationsrecht. • Bei der Auswahl des Steuerberaters des Unternehmens: Falsch – Die Wahl externer Berater ist eine unternehmerische Entscheidung, die nicht der Mitbestimmung des Betriebsrats unterliegt. • Bei der Entscheidung über den Abschluss neuer Lieferantenverträge: Falsch – Lieferantenverträge sind Angelegenheiten der Beschaffung; darüber entscheidet die Unternehmensleitung ohne Mitbestimmung des Betriebsrats.
Q29Was beschreibt die FAB-Methode im professionellen Verkaufsgespräch?
✓ Richtige Antwort: C. Eine Verkaufstechnik, bei der Produktmerkmale (Features), Vorteile (Advantages) und konkreter Kundennutzen (Benefits) systematisch verknüpft werden
Die FAB-Methode (Features – Advantages – Benefits) verbindet Produkteigenschaften mit allgemeinen Vorteilen und dem konkreten individuellen Nutzen für den Kunden, um Kaufmotivation zu erzeugen und das Gespräch kundenorientiert zu führen. Why the other options are incorrect: • Eine Technik zur Kalkulation von Preisangeboten anhand von Features, Aufwand und Bruttogewinn: Die FAB-Methode hat nichts mit Preiskalkulation zu tun – sie ist eine argumentative Gesprächstechnik im Verkauf. • Eine Gesprächsstruktur, die Kundengespräche in die Phasen Faktenerhebung, Analyse und Beratung gliedert: Eine solche Gliederung in Faktenerhebung, Analyse und Beratung entspricht nicht der FAB-Methode, auch wenn sie inhaltlich sinnvoll klingt. • Ein Bewertungsverfahren für Kundenfeedback auf Basis von Freundlichkeit, Antwortzeit und Bearbeitungsqualität: FAB ist kein Bewertungsverfahren für Kundenfeedback, sondern eine Technik zur strukturierten Nutzenargumentation im Verkaufsgespräch.
Q30Was beschreibt den wesentlichen Unterschied zwischen Kundenzufriedenheit und Kundenloyalität?
✓ Richtige Antwort: C. Kundenzufriedenheit bezieht sich auf die subjektive Bewertung einer Leistung, während Kundenloyalität das tatsächliche Wiederkaufverhalten und die emotionale Bindung an das Unternehmen umfasst
Kundenzufriedenheit ist die subjektive Wahrnehmung, ob eine Leistung die Erwartungen erfüllt hat (Soll-Ist-Vergleich). Kundenloyalität geht darüber hinaus: Sie zeigt sich im tatsächlichen Verhalten (Wiederkauf, Weiterempfehlung) und einer emotionalen Bindung – ein zufriedener Kunde kann trotzdem zum Wettbewerber wechseln, ein loyaler Kunde bleibt. Why the other options are incorrect: • Kundenzufriedenheit und Kundenloyalität sind bedeutungsgleich und werden im Marketing synonym verwendet: Die beiden Begriffe sind nicht synonym: Zufriedenheit ist eine Einstellung/Bewertung nach einem Erlebnis, Loyalität ist ein dauerhaftes Verhaltensmuster. Ein zufriedener Kunde ist nicht automatisch loyal. • Kundenloyalität beschreibt das einmalige positive Erlebnis eines Kunden, Kundenzufriedenheit hingegen das dauerhafte Wiederkaufverhalten: Diese Zuordnung ist vertauscht: Kundenzufriedenheit entsteht nach einem konkreten Erlebnis (Soll-Ist-Vergleich), Kundenloyalität ist das Ergebnis wiederholter positiver Erfahrungen und emotionaler Bindung. • Kundenloyalität lässt sich ausschließlich durch finanzielle Anreize wie Rabatte und Bonusprogramme erreichen: Kundenloyalität entsteht vor allem durch Vertrauen, positive Erfahrungen und emotionale Bindung – finanzielle Anreize allein erzeugen oft nur transaktionale, keine echte emotionale Loyalität.
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